Transparente Finanzen

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Fr, 30. Juni 2017

Schwenningen Wild Wings

Wild-Wings-Chef Werner legt bei Fantalk den DEL-Etat vor.

EISHOCKEY (witt). Die Schwenninger Wild Wings haben bei einer Diskussion mit 150 SERC-Fans begründet, warum sie für die kommende Saison nur acht Ausländer verpflichtet haben. Sie machten überdies ihren Etat für die kommende Saison öffentlich. "Meine Informanten haben mir gesagt, dass bei den Fans Gesprächsbedarf besteht, deswegen machen wir nur neun Wochen nach unserem letzten Fantalk erneut einen", so der geschäftsführende Gesellschafter der Wild Wings, Michael Werner. "Gebt der Mannschaft eine Chance zu spielen, man sollte jetzt im Sommer nicht alles schlechtreden und verurteilen", so SERC-Manager Jürgen Rumrich unter dem Applaus der Mehrzahl der Besucher.

Werner machte, was in der DEL eigentlich unüblich ist, den Etat der Wild Wings öffentlich. Er wollte dies auch als Zeichen der Transparenz gegenüber den Fans sehen. Der Gesamtetat für die Wild Wings für die Saison 2017/18, so Werner, betrage 5,7 Millionen Euro und liege damit rund 400 000 Euro über dem Ansatz aus der vergangenen DEL-Saison. Der Spieleretat sowie sämtliche anderen Personalkosten schlagen laut Werner mit 3,35 Millionen Euro zu Buche. Für Mieten geben die Wild Wings 413 000 Euro aus. Die Ausrüstung für die Cracks und die Reisekosten verschlingen 600 000 Euro.

An Einnahmen hat die Wild Wings GmbH für die kommende DEL-Saison 5,38 Millionen Euro eingeplant. Es ist also mit einer Unterdeckung des Etats zu rechnen. Die fehlenden 320 000 Euro dürften aus den privaten Schatullen von Werner und dem weiteren geschäftsführenden Gesellschafter Thomas Burger zugeschossen werden. Burger war wie bereits beim letzten Fantalk nicht anwesend. Dies nährte Spekulationen über einen Rückzug von Burger, der in Schonach einen florierenden Industriebetrieb führt. Michael Werner dementierte aber heftig: "Thomas Burger ist weiterhin dabei und ganz nah dran, wir sind im regen Austausch." Werner machte klar, dass er den eingeschlagenen Weg mit der Förderung der deutschen Spieler weitergehen wolle. "Wenn jemand eine andere Philosophie vertritt, dann soll er das machen, ich bin dann aber nicht mehr dabei."

Die seit Februar diesen Jahres andauernden Ermittlungen der Finanzverwaltung im Zusammenhang mit dem Inhalt abgeschlossener Sponsorenverträge, hätten für die Wild Wings keine finanziellen Einbußen mit sich gebracht, so Werner. Unterdessen wurden sich die Wild Wings mit Kai Herpich einig. Das 22-jährige Stürmereigengewächs wird seinen Vertrag bei den Wild Wings verlängern.