Marktführer und großer Arbeitgeber in strukturschwacher Region

Karin Heiß

Von Karin Heiß

Mo, 03. September 2018

Simonswald

Seit 25 Jahren agiert die Rena Technologies GmbH auf dem Gebiet Sondermaschinen, Solar- und Medizintechnik / Großer Ausbildungsbetrieb / Fachkräfte gesucht.

GÜTENBACH. In diesem Jahr feiert die Rena Technologies GmbH in Gütenbach ihr 25-jähriges Bestehen. 1993 hat sie mit zehn Mitarbeitern als Rena Sondermaschinen GmbH ihre Produktion aufgenommen, mit der Herstellung der ersten Nassbank für die heutige Siltronic AG. Ein Vierteljahrhundert später, und nach Überwindung schwieriger Zeiten, wie der Wirtschaftskrise in den Jahren 2009/10, als auch Rena zeitweise Kurzarbeit einführte, werden derzeit an drei Produktionsstandorten in Deutschland und zehn Servicestationen weltweit rund 750 Mitarbeiter beschäftigt.

Neben der Mitarbeiterfeier und dem Familienfest, die im Juni zahlreiche Besucher anzogen (BZ berichtete), bot das Unternehmen anlässlich des Jubiläums auch Führungen durch die Ausbildungs- und Produktionsbereiche an. Zudem freute es sich unlängst über den Besuch des Landtagsabgeordneten Karl Rombach (CDU), der seit 2006 den Wahlkreis Villingen-Schwenningen im Landtag vertritt.

Peter Schneidewind, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, und der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Ningelgen stellten dem Politiker das Unternehmen vor. Lena Bartle, die Leiterin der Personalabteilung, und die Marketingmanagerin Tina Rother übernahmen die Führungen der Besucher. Schneidewind betonte, "dass die neue Firma Rena Technologies GmbH mit dem Beginn des Photovoltaikgeschäfts im Jahre 2001 einen ungeheuren Sprung nach vorne gemacht hat". In der Herstellung von Maschinen für die nasschemische Oberflächenbehandlung in der Halbleiter- und Medizintechnik sowie der Photovoltaik gelte die Rena heute als Marktführer.

Dabei werde das "gesunde Wachstum mit eigenen Mitteln" propagiert, um nachhaltig zu produzieren und auf dem Markt präsent zu sein. In Freiburg ist ein Entwicklungszentrum mit Chemielabor. In Gütenbach entstehen die Ideen für die Maschinen. Die Fertigung erfolge an den deutschen Standorten in Gütenbach und Berg (Oberpfalz) sowie der Tochtergesellschaft Rena Polska in Wykroty (Polen). Die Auftragsbücher seinen im laufenden Jahr geradezu übervoll. Der Hauptsitz des Unternehmens bliebe in Gütenbach, versicherten die Geschäftsführer, was den CDU-Landtagsabgeordneten besonders freute. Er lobte den Mut, Verantwortung für die Region zu tragen, trotz der Entfernung des Standortes zu den großen Verkehrsstraßen.

Auf große Resonanz stießen bei Rombach die Kooperationen mit den umliegenden Hochschulen. Funktionierende Netzwerke seien für ein gesundes Wachstum unabdingbarSeit 20 Jahren ist die Rena Technologies GmbH auch eine erfolgreiche Ausbildungsstätte. Derzeit seien knapp zehn Prozent der Beschäftigten Auszubildende. Laut Lena Bartle gibt es diverse Ausbildungsbereiche. Die Lehrlinge können folgende Berufe erlernen: Verfahrensmechaniker/-in, Mechatroniker/-in, Informatiker/-in, Lagerlogistiker/-in und Industriekauffrau/-mann. Hinzu kämen weitere neue Berufsbilder.

Die Rena Technologies GmbH sucht dringend Fachkräfte

Dennoch herrsche laut Bartle immer noch ein Mangel an Fachkräften. Gerade Softwareentwickler und Ingenieure würden gebraucht. Die Rena könne sofort rund 20 Beschäftigte in diesen Feldern und im Produktionsbereich neu einstellen. Die Stellenausschreibungen finden sich unter anderem auf der Homepage (http://www.rena.com

Da viele der hochwertigen Produkte aus Kunststoff gefertigt sind, kamen von den Besuchern auch Fragen zum Recyceln. Dass bei Rena die Nachhaltigkeit bei der Produktion und den Produkten für die Zukunft gewährleistet ist, erklärte Bartle zufriedenstellend. Das Unternehmen sorge "mit einem Rückgewinnungskreislauf für verantwortungsvolles Handeln". Das Gesagte und weitere Prozesse wurden beim Rundgang verdeutlicht. In hochsensiblen Bereichen mussten die Besucher Einweg-Schuhüberzieher benutzen. Für die Medizintechnik wird derzeit eine große Anlage aus Kunststoff gebaut, mit ihr sollen jährlich mehrere Millionen Kontaktlinsen produziert werden. Die Besucher durften die Fertigungsstraße bewundern, Bilder durften sie von ihr allerdings nicht machen. Die Entwicklung und Konstruktion der vollautomatischen Produktionsanlage mit all ihren Fertigungsstationen unterliegt dem Betriebsgeheimnis.

Beim Blick in die Ausbildungswerkstatt kamen das Duale System, die Berufsakademie und der Bildungsweg "Studium plus" zur Sprache. Lena Bartle berichtete, dass das Unternehmen sehr viel in den Ausbildungsbereich investiert. Wer hier gelernt habe, würde in der Regel übernommen. Die Kooperationen mit Hoch- und Fachschulen seien eine Möglichkeit, junge Leute für das Unternehmen zu interessieren, auf sich aufmerksam zu machen, so dass einige kommen, um Praktika zu machen, als Werkstudent zu arbeiten oder hier eine duale Ausbildung beginnen.

In diesem Firmenbereich waren auch Abschlussarbeiten beziehungsweise Modelle von Auszubildenden ausgestellt. Darunter besondere Gießkannen, Windräder und ein Leuchtturm – tolle Arbeiten allesamt, die für den Erfindungsgeist, Fantasie und das technische Know-how der "Hersteller" sprachen.

Im Jubiläumsjahr freut sich das Gütenbacher Maschinenbau-, Medizin- und Solartechnik-Unternehmen, dass eine beachtliche Zahl erreicht werden konnte: 3000 Produktionsanlagen der Rena GmbH sind nun weltweit bei mehr als 300 Kunden im Einsatz. Und weil das ein großer Verdienst der Beschäftigten ist, macht die Rena seit 2018 nun auch beim Firmen-Fitness-Netzwerk "Hansefit" mit. So können die Mitarbeiter nun zum günstigen Preis etwas für ihre Gesundheit und als Ausgleich zur Arbeit tun.