Erst wird feste geschafft, dann werden Feste gefeiert

Tanja Bury

Von Tanja Bury

Sa, 15. Juni 2013

Sölden

Ministranten aus Au, Merzhausen, Bollschweil, Ehrenstetten und Sölden sind bei der 72-Stunden-Aktion mit dabei.

HEXENTAL/BATZENBERG (tab). "Uns schickt der Himmel" – unter diesem Motto sind seit Donnerstagabend Ministranten aus Au, Merzhausen, Sölden, Bollschweil und Ehrenstetten bei der 72-Stunden-Aktion des BDKJ im Einsatz. Am Donnerstagabend erhielten sie ihre Aufgabe, jetzt heißt es organisieren, interviewen, graben, sägen und schaufeln – denn am Sonntag um 17.07 Uhr ist Schluss.

Große Aufgaben warten auf die Minis in Bollschweil. Sie müssen den Platz vor dem Hilariuskeller aufpeppen. Ein Teil des Geländes ist schon gepflastert, anfangs hieß es, die Jugendlichen sollten auch den anderen Teil mit Steinen versehen. "Doch das war zu schwer und zu viel für uns", erklärt Florian Mangold von den Ministranten. 40 Kubikmeter Erde hätten bewegt werden müssen. Kurzerhand wurde in Absprache mit den Verantwortlichen umdisponiert: Das Gelände wird nun mit Rindenmulch aufgeschüttet, Baumstämme aus dem Bollschweiler Forst werden zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert, eine Grillstelle angelegt. Hilfe kommt von Förster und vor allem vom örtlichen Bauhofleiter. Zudem müssen die 25 Jugendlichen am Sonntag noch ein Einweihungsfest organisieren.

Gefeiert wird auch in Ehrenstetten. Und zwar palästinensisch. Die Pfarrgemeinde möchte mit Nablus, einer Stadt in Palästina, eine Partnerschaft eingehen. Die Aufgabe der 30 Kinder und Jugendliche ist es, bei einem Gemeindefest am morgigen Sonntag Land und Leute vorzustellen. In und um das Georgsheim soll es ab 14.30 Uhr ein Fest mit Diavorträgen, Sketchen, eventuell Musik und palästinensischem Essen geben. "Wir wollen Falafel anbieten und zum Schluss des Festes wartet eine Überraschung auf die Gäste", erzählt Julia Nägele. Einzige Sorge der Jugendlichen: Dass ihnen wegen des Schlossgrabenhocks in Kirchhofen die Gäste wegbleiben. "Dabei geht der Erlös doch an die Jugendarbeit in Nablus."

Dorfgeschichte steht auf der Agenda der Ministranten in Sölden. Weil der Kirchenchor dieses Jahr 200 Jahre alt wird und der Kindergarten seinen 80. Geburtstag feiert, tragen die 20 Kinder und Jugendlichen alles zusammen, was sie über die Entwicklung dieser beiden Institutionen erfahren. Dafür klappern sie die Senioren im Dorf ab, führen Interviews mit ihnen, sammeln Fotos und Dokumente. All das wird bei einer Art Erzählcafé morgen, Sonntag, ab 14.30 Uhr im Klostergarten präsentiert. "Wir hatten damit gerechnet, etwas bauen zu müssen. Wir sind mit dieser Aufgabe aber voll zufrieden. Das wird sicher spannend", ist sich Flurina Schweigert sicher.

Koffer packen hieß es für die Ministranten aus Au und Merzhausen. Sie haben sich dazu entschlossen, ins Hochwassergebiet zu fahren und dort mit anzupacken – das hat für sie höhere Priorität. In Magdeburg, wo die Jugendlichen helfen wollen, wartet sicher jede Menge Arbeit.