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30. April 2010

SPD-Landeschef Nils Schmid besucht Hightec-Firma Schölly

Der Landespolitiker informiert sich bei Denzlinger Weltmarktführer über Medizintechnik für minimalinvasive Chirurgie / Örtliche Parteifreunde als Begleiter.

  1. Von Regula Schölly (2. von links) ließ sich Nils Schmid (rechts daneben) über die Situation auf dem Weltmarkt informieren. Foto: Bayer

DENZLINGEN. Zusammen mit einer Gruppe örtlicher Parteifreunde – Dietrich Elchlepp als Ortsvereinsvorsitzender und Willi Kieninger, Fraktionschef im Gemeinderat – besuchte Nils Schmid, SPD- Landesvorsitzender, die Fiberoptic Schölly GmbH im Denzlinger gewerbegebiet Geringfeldelen. Als Spitzenkandidat der nächsten Landtagswahl informierte er sich bei einem Unternehmen der Hochtechnologie über dessen Produktion, Absatzmärkte und Beschäftigungssituation. Firmenchefin Regula Schölly sowie Marketingmanager Dirk Barten vermittelten ihren Besuchern ein umfassendes Firmenporträt.

Schölly ist Weltmarktführer bei der Herstellung von medizinischen Endoskopen, die in der Chirurgie immer breitere Anwendung finden. Endoskope dienen als Instrumente in der minimalinvasiven Diagnostik und Operationstechnik. Die als starre, semiflexible oder bewegliche Exemplare gebauten Endoskope sind zwischen 0,3 und 1,2 Millimeter dünn, mit noch feineren Glaserfasersträngen durchzogen, LeD-beleuchtet und an ihren Spitzen mit mikroskopisch kleinen, geschliffenen Linsen bestückt. In höchstem Maß können so kleinste Organ- oder Gelenkpartien unter die "Lupe" genommenw erden, was wiederum ungeheure Präzisionsarbeit verlangt. Schölly produziert fast alle Bauteile selbst: vom Spritzguss für Bediengehäuse über die Elektronik bis zu Faser und Linse. Das Unternehmen arbeitet als Qualitätsproduzent für große Marken. Doch seien Technologie und Label "made by Schölly" inzwischen für jeden Anlagenbauer unverzichtbar geworden, betont Regula Schölly.

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Interesse an Schöllys Innovationsfähigkeit

Nils Schmid und die Landtagsabgeordnete Marianne Wonnay interessierten sich besonders für die Innovationsfähigkeit, die Marktstellung sowie die Ausbildungsarbeit des Unternehmens. Auch darauf bekamen sie überzeugende Auskünfte. Fast 70 Prozent der Geräte gehen heute in die USA. Doch produziere man auch für den asiatischen Markt; allerdings mit daran angepassten Modellen, weshalb man stets nur kleine Serien baue, so Dirk Barten. Die Ideen kommen dabei überwiegend aus dem Markt, aus der Medizin selbst. Die dadurch entstandene Innovationskraft sei heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.Das Unternehmen beschäftigt dafür hochqualifizierte Techniker, Genauso ist es aber auf feinmechanisch ausgebildete Fachkräfte mit langer Erfahrung angewiesen. Als Referenzbetrieb steht es in Verbindung mit den hiesigen Schulen und bietet Ausbildungen in zehn Berufen an. Auf die Frage nach dem künftigen Standort erhielten die Besucher die Zusicherung, dass es für das Technologiezentrum in Denzlingen, wo rund 250 Menschen beschäftigt sind, weltweit keine Alternative gebe.

Nils Schmid hatte Fiberoptic Schölly bewusst ausgewählt. Der Betrieb sei ein Musterbeispiel für einen in der Hochtechnologie tätigen Familienbetrieb, der zugleich seiner sozialen Verantwortung für die Beschäftigten nachkomme. Unternehmen dieser Art mit dem ureigenen Erfindungsgeist seien die Basis für die Weltgeltung des Standorts Baden-Württemberg. Folglich müsse es künftig Aufgabe der Wirtschaftspolitik sein, gerade die Innovationskraft durch ausreichend Fördermittel und Bildung zu erhalten. Als der SPD-Chef dann erfuhr, dass Fiberoptic durch permanente Reinvestition der Gewinne über eine Eigenkapitalquote von 60 Prozent verfüge, war dem Finanzpolitiker klar, dass bei diesem Firmenbesuch die vielbeschworene Kreditklemme kein Thema sei.

Autor: Nikolaus Bayer