Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

10. März 2009 17:10 Uhr

Stürmer unter Werbeverdacht

Mario Gomez wegen Torjubels in der Kritik

Der Kontrollausschuss des DFB wird Mario Gomez’ umstrittenen Red-Bull-Torjubel nicht weiter untersuchen. Die Kritik an der Aktion des Stuttgarters hat das jedoch nicht abgeschwächt.

  1. Machte Gomez die Flatter, weil er dafür Geld bekam? Foto: ddp

Normalerweise spielt der Stürmer des VfB Stuttgart nach Toren gerne den Torero und breitet ein imaginäres rotes Tuch vor seinen Händen aus. Am Samstag hat der Gomez eine neue Art des Jubelns präsentiert, die seitdem für Gesprächsstoff sorgt. Nach seinem Treffer zum 2:1 gegen Borussia Dortmund tat Gomez so, als öffne er eine Dose. Anschließend trank er daraus, breitete seine Arme aus und machte Flügelschläge. Diese Geste wird ihm nun als Anspielung auf einen seiner Werbepartner, den österreichischen Energiedrink-Hersteller Red Bull, unterstellt. Außerdem soll Gomez während des Spiels Schuhe mit dem Logo des Getränkeherstellers getragen haben.

Hat Gomez seinen Torjubel verkauft? Wenn ja, wäre das ein Verstoß gegen das Werbeverbot für Spieler. Der DFB hat die Ermittlungen dennoch eingestellt. "Der Kontrollausschuss des DFB ist der Meinung, das hier kein unsportliches Verhalten des Spielers vorliegt", sagte DFB-Sprecher Klaus Koltzenburg der Badischen Zeitung. Dennoch wisse der DFB von einem Vertrag, den der 23-Jährige Nationalspieler mit Red Bull habe. "Mario hat keinen Vertrag mit Red Bull. Uns wundert diese Geschichte selbst", dementiert der Geschäftsführer von Gomez Berater Uli Ferber, Oliver Mintzlaff in den Stuttgarter Nachrichten.

Werbung


Vertrag hin oder her. Dass es zwischen Gomez und dem Getränkehersteller mindestens eine lockere Verbindung gibt, zeigen ein Interview und ein Foto auf der Internetseite des Unternehmens. Ein verschwitzter Gomez mit Getränkedose in der Hand ist dort zu sehen. Dazu die Überschrift: "Welcome Mario Gomez: Der Torero ist jetzt ein Bulle." Gomez selbst beteuerte in der Bild-Zeitung: "Ich wollte damit keine Werbung machen. Die Freunde, die es betrifft, wissen schon, dass sie gemeint sind."

In der Fanszene nimmt dem Stürmer diese Spontaneität kaum jemand ab. Die Aktion des VfB-Spielers stößt auf große Ablehnung. Das Fußballmagazin 11 Freunde kommentiert in seinem Videoblog: "Man kann gar nicht so viel Red Bull trinken, wie man kotzen möchte." Der VfB-nahe Fußballblog Rot-weiße Ballzauberer meint: "Gomez wusste: In diesem Moment klingelt die Kasse, mein Konto steigt. Mario hast du’s nötig?" Das Stuttgarter Internetmagazin Mit Schmackes wirft Gomez sogar vor, "für ein paar Euro seinen Stolz verkauft" zu haben. "Hoffen wir, dass das eine Ausnahme bleibt und er bei allen weiteren Toren in dieser Saison wieder zum Torero wird", so der Kommentar weiter.

Autor: Christoph Ries