Skispringen

Ramona Straub springt zurück in den Weltcup

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Do, 01. Dezember 2016

Skispringen

Heute beginnt für die Skispringerin des SC Langenordnach mit der Weltcup-Qualifikation in Lillehammer eine neue Zeitrechnung.

SKISPRINGEN. Heute, Donnerstag, starten in Lillehammer (Norwegen) die Skispringerinnen in ihre Weltcup-Saison. Ramona Straub vom SC Langenordnach wird dabei sein. Die 23-Jährige hat sich Anfang des Monats in einer internen Ausscheidung in Oberstdorf den sechsten und letzten Startplatz für den Deutschen Skiverband (DSV) gesichert (die BZ berichtete).

In der Qualifikation heute Nachmittag will sie sich auf der Normalschanze der Olympiastadt von 1994 einen Startplatz für den morgigen Weltcup-Auftakt erkämpfen. Am Samstag folgt der zweite Wettbewerb. Die Hochschwarzwälderin ist zuversichtlich, dass ihr das gelingen wird. Mit ihren Kolleginnen und Bundestrainer Andreas Bauer trainierte sie dort in der vergangenen Woche vier Tage und genoss, dass es schon "richtig winterlich" war. Die perfekt präparierte 100-Meter-Schanze gefällt ihr gut.

Beim Continentalcup (COC) im September war sie an gleicher Stelle Fünfte geworden, direkt hinter ihren Teamkameradinnen Pauline Heßler (WSV Lauscha) und Gianina Ernst (SC Oberstdorf). Acht Wochen später ließ Ramona Straub bei der DSV-Ausscheidung in Oberstdorf im Rahmen des zentralen Lehrgangs mit drei stabilen Sprüngen auf der 120-Meter-Schanze die 18- und die 17-Jährige sowie weitere Juniorinnen hinter sich. Sie sei sich "überhaupt nicht sicher" gewesen, dass es reichen würde, verrät Straub, zumal sie noch mit ihren alten "Sommerski" gesprungen sei. Aber "ich bin halt doch eher ein Wettkampftyp". Seither trainiert sie wieder gemeinsam mit ihren B-Kaderkolleginnen.

Der Vergleich mit ihnen stimmt die Langenordnacherin optimistisch, dass sie sich nach Kreuzbandriss 2014, Meniskusriss 2015 und langwierigen Rehamaßnahmen wieder im Weltcup etablieren kann. Vor ihrer ersten schweren Verletzung hatte sie mit drei Top-Ten-Plätzen in der Weltspitze angeklopft. Mittlerweile kann sie wieder schmerzfrei springen, einseitige Landungen versucht sie mit Rücksicht auf das lädierte linke Knie zu vermeiden. "Die Kraftwerte lassen noch etwas zu wünschen übrig", sagt die gelernte Zierpflanzengärtnerin, die als Sportsoldatin unter professionellen Bedingungen bei Andreas Bauer in Oberstdorf trainiert. Der äußerte sich sehr erfreut, "dass Ramona Straub wieder den Sprung ins Weltcupteam geschafft hat".

"Ich denk’ von Wettkampf zu Wettkampf", sagt die 23-Jährige mit der ihr eigenen Gelassenheit. Ihr Ziel ist dennoch klar: die Weltmeisterschaft in Lahti (Finnland) im Februar. Das Nahziel nach der wegen des Pilotenstreiks um einen Tag verspäteten Landung heißt: erfolgreich in Lillehammer abheben.