Starke deutsche Frauen

dpa, str

Von dpa & Andreas Strepenick

Mo, 03. Dezember 2018

Skispringen

Schwarzwälderin Ramona Straub Zweite in Lillehammer / Kampf um Schnee in Titisee-Neustadt.

LILLEHAMMER (dpa/str/pes). Die Schwarzwälderin Ramona Straub hat bei der Weltcupserie der Skispringerinnen im norwegischen Lillehammer ihren bislang größten Erfolg erzielt. Sie wurde Zweite. An diesem Wochenende will Straub vom SC Langenordnach auch in ihrer Heimatgemeinde Titisee-Neustadt springen. Die Organisatoren dort kämpfen aber mit dem Dauerregen. Zweimal rutschte ihnen am Wochenende der Schnee im Hang ab.

Noch besser als Straub war in Norwegen nur eine andere Skispringerin des Deutschen Ski-Verbands (DSV). Katharina Althaus gewann das Lillehammer-Triple. Die 22-Jährige siegte am Sonntag im Abschlusswettbewerb der Dreier-Serie und katapultierte sich mit einem überragenden Sprung auf die Tagesbestweite von 139,5 Metern im zweiten Durchgang von Rang vier der Gesamtwertung noch an die Spitze. Ramona Straub als Zweite rundete das sehr starke Auftaktwochenende des DSV-Teams ab. Carina Vogt (7.) und Juliane Seyfarth (8.) sprangen ebenfalls noch unter die besten Zehn. "Titel verteidigt und super happy über das Teamergebnis", schrieb Althaus bei Instagram. Die Oberstdorferin, die bereits die Premiere des Lillehammer-Triple im vergangenen Jahr gewonnen hatte, belohnte sich am Sonntag für ihre konstanten Leistungen auf sehr hohem Niveau zum Saisonstart. Am Freitag hatte sie beim Überraschungssieg von Teamkollegin Juliane Seyfarth Rang vier belegt, diese Platzierung wiederholte sie tags darauf. In der Gesamtwertung profitierte Althaus zudem davon, dass Olympiasiegerin Maren Lundby aus Norwegen, die als Führende in den Sonntag gestartet war, keinen guten Tag erwischte und nur 22. wurde.

Die deutschen Skispringer haben auch zum Abschluss des Wettkampf-Wochenendes im russischen Nischni Tagil einen Podestplatz verpasst. Karl Geiger landete am Sonntag beim Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi als bester DSV-Adler auf Rang fünf. Für einen Podestplatz fehlten dem 25-Jährigen gut zehn Punkte. Markus Eisenbichler belegte als zweitbester Deutscher den zehnten Platz. Olympiasieger und Vorjahresgewinner Andreas Wellinger kam auf Rang 13. Severin Freund, der nach langer Verletzungspause am vergangenen Wochenende sein Comeback gegeben hatte, blieb nur der 30. Platz. Der Schwarzwälder Stephan Leyhe hatte es am Samstag auf Platz vier geschafft, am Sonntag wurde er 25.

Die Organisatoren der Weltcups am Samstag und am Sonntag in Titisee-Neustadt kämpfen unterdessen mit dem Dauerregen. Sie hatten genug Schnee im sogenannten Schwarzwaldgletscher übersommert und zudem mit zwei Schnee-Containern Eiskristalle erzeugt – genug, um die Hochfirstschanze zu belegen. Auch die Schneilanzen kamen mehrmals zum Einsatz – wenn es ausnahmsweise einmal Minusgrade hatte. Doch jetzt setzt der Regen dem Schnee zu, und er soll noch bis Dienstag anhalten. Am vergangenen Wochenende rutschte der Schnee im Hang gleich zweimal ab. Helfer versuchten in Tag- und Nachtarbeit, das Regenwasser von der Schanze abzuleiten. Cheforganisator Joachim Häfker wird an diesem Montag um 18.45 Uhr in der SWR-Landesschau Auskunft über die Weltcup-Serie und den Stand der Vorbereitungen geben. Stand Sonntagabend sah er den kombinierten Weltcup der Skispringerinnen und Skispringer – eine Deutschland-Premiere – aber nicht gefährdet. Gefragt, ob man bangen müsse, antwortete Häfker der Badischen Zeitung: "Nein".