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19. September 2013 08:07 Uhr

Auftakt

Europa League: SC Freiburg ohne Darida gegen Liberec

In der Bundesliga ist der SC Freiburg schwach gestartet. Jetzt geht es in der Europa League gegen Slovan Liberec. Da will der SC seine Standfestigkeit zurück erobern – muss aber auf Darida verzichten.

Es ist eine Art Bescherung, die am Donnerstagabend im Freiburger Osten stattfindet. Eine, die so richtig genossen werden soll. Von den Zuschauern im Mage-Solar-Stadion und natürlich von den Spielern des SC Freiburg, die nach rund zwölfjähriger Abwesenheit wieder mal europäisches Fußballparkett betreten. In der Gruppe H der Europa League, in welche die Südbadener dank großartiger, so nicht zu erwartender Leistungen in der zurückliegenden Spielzeit gelost wurden. Ein erstes von insgesamt sechs Gruppenspielen als Geschenk also, ein Bonus für die vielen guten Leistungen in der Vergangenheit.

"Als Spieler wäre ich glücklich über diese Situation", hat Christian Streich dieser Tage gesagt und hinzugefügt, dass seine Spieler "jetzt mal nicht an die Bundesliga denken" sollten. Das ist vielleicht gut so, weil es Geist und Seele schonen könnte. In der Liga läuft es bislang nämlich nicht nach Wunsch: Fünf Spiele, zwei Punkte, Zweitletzter in der Tabelle – das ist nicht das, was man sich vorgestellt hat im Breisgau.

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Kurzerhand ist die Europa League deshalb zu einer Art Wellnessprogramm erhoben worden. Spieler und Verantwortliche beim SC Freiburg haben zwar ihren Stolz und ihre Freude über die Teilnahme an dem europäischen Kräftemessen nie verhehlt, gleichwohl waren die zusätzlichen Termine schnell als additive Belastung wahrgenommen worden. Die in Freiburg bislang nur sehr selten angewandte Formel, viel reisen gleich weniger trainieren, hat dem Trainerkollektiv zahlreiche Denkübungen eingebracht, auf deren Lösung selbst eingefleischte Optimisten mit Spannung warten.
Als Fluch der guten Tat will gleichwohl niemand die Spiele in der Europa League begreifen. Ganz im Gegenteil. "Ich hoffe auf einen Push", hat Keeper Oliver Baumann den Journalisten in die Blöcke diktiert. Und der aus Mönchengladbach zum Sportclub gewechselte Angreifer Mike Hank sieht die Partie als "gute Möglichkeit, weiter zusammenzuwachsen und zu einer Einheit zu werden". Selbstvertrauen für die Liga tanken, heißt folglich die neue Losung, zumal das tägliche Brot "unsere Lebensversicherung ist", wie es Hanke salopp formuliert.

Doch die Bundesliga ist das eine, die Europa League das andere. Oder anders ausgedrückt: Wenn schon, denn schon. Hanke jedenfalls zählt den Sportclub in der Gruppe H zusammen mit dem FC Sevilla zu den Favoriten fürs Weiterkommen. Kein Wunder hat sich der eine oder andere Akteur auch schon Gedanken über weitere Spiele im kommenden Jahr gemacht. Oliver Baumann zum Beispiel. Der Schlussmann mahnt zwar, den Ball diesbezüglich flach zu halten, also erst mal zu spielen, bevor man das Träumen anfängt. Dennoch ginge für ihn ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung, könnte er mit dem Sportclub "mal in einem englischen Stadion spielen".
Am Mittwochabend haben solche Wünsche aber keine Rolle mehr gespielt. Dem Anlass entsprechend, ist es recht ernst zugegangen auf der obligatorischen Pressekonferenz. Ist den Freiburgern womöglich der Spaß abhandengekommen, vor diesem für sie so wichtigen Spiel? "Nein, nein", beruhigte Julian Schuster besorgte Frager, man sei "nur sehr fokussiert mittlerweile". Die Mannschaft, verriet der Kapitän der Breisgauer, sei "fest fixiert auf ein Erfolgserlebnis".

Naturgemäß ist das auch der Trainer. Christian Streich wollte sich aber partout nicht in die Karten schauen lassen. Personalfragen beantwortete er mit einem unmissverständlichen Kopfschütteln, nur dass er den Gegner ausgiebig via Videos studiert habe, ließ er sich entlocken. Ein offenbar beeindruckender Augenschmaus muss das gewesen sein, jedenfalls lobte der Coach die Kicker aus Liberec in den höchsten Tönen; "unterkühlt, kompakt, clever". Selbst unbedarftere Naturen ahnten in diesem Moment: Leichte Aufgaben sehen anders aus.
Sicher ist, dass Vladimir Darida, eben erst von Viktoria Pilsen kommend an der Dreisam eingetroffen, gegen seine Landsleute nicht wird mittun können. Das Syndesmoseband im Sprunggelenk bereitet ihm weiter Ungemach. Auch Vaclav Pilar wird es nicht schaffen. Dessen Gesundheitszustand ließ die Miene von Christian Streich aber sichtlich aufhellen. Der vom VfL Wolfsburg gekommene Tscheche ist seit zwei Tagen im Mannschaftstraining, "und ohne Schmerzen im Knie", wie Streich kundtat. Bliebe mit Pavel Krmas der dritte Tscheche im Team. Einsatz "nicht ausgeschlossen".

SC kompakt: Neben Darida fallen auch Mujdza (Knie), Hedenstad (Adduktoren) und Terrazzino (Aufbautraining nach Patellasehnenproblemen) aus.

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Autor: Michael Dörfler