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12. Juli 2011 07:56 Uhr
Interview
Garra Dembélé: "Die harte Arbeit tut mir gut"
Garra Dembélé hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Der 25-jährige Franzose malinesischer Abstammung spielte in den vergangenen sechs Jahren für sechs Vereine, ehe er nun zum SC Freiburg wechselte. Ein Interview.
Dembélé war er in Bulgariens erster Liga für Levski Sofia aktiv, erzielte in 36 Pflichtspielen beeindruckende 34 Tore. Im Trainingslager in Schruns sprach er mit BZ-Redakteur René Kübler ganz offen über seine Vergangenheit und die Erwartungen, mit denen Torjäger konfrontiert werden.
BZ: Herr Dembélé, Sie lachen gern, oder?Dembélé: Klar, das macht doch jeder gern. Natürlich gibt es Tage, an denen ich nicht so gut drauf bin. Aber die meiste Zeit lache ich schon. Wie kommen Sie darauf?
BZ: Weil man Sie hier in Schruns fast die ganze Zeit lachen sieht.
Dembélé: Warum auch nicht? Ich bin ja guter Dinge. Mir geht es gut.
BZ: Besonders gut scheinen Sie sich mit Papiss Cissé zu verstehen.
Dembélé: Das stimmt, wir haben viel Spaß miteinander. Und es ist natürlich einfach für mich, da wir die gleiche Sprache sprechen. Aber Papiss ist einfach auch ein super Typ.
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BZ: Papiss Cissé ist beim Sportclub der große Karriereschritt gelungen. Erhoffen Sie sich Ähnliches?
Dembélé: Sicher, das ist schon ein Ziel. Aber auch Bulgarien war für mich bereits ein erstes Karrieretrampolin. Nun bin ich in die Bundesliga gekommen und will dort ebenfalls viele Tore machen.
Dembélé: Ich habe Fehler gemacht, würde sie als Jugendfehler bezeichnen. Mir sind einige Irrtümer unterlaufen, ich hatte aber oft auch kein gutes Umfeld. Aber ich habe daraus gelernt und fühle mich gereift. Und in Freiburg bin ich in ein Umfeld eingebettet, das gut für mich ist.
BZ: War das angenehme SC-Umfeld ein Grund für Ihren Wechsel?
BZ: Könnte Freiburg eine Station sein, auf der Sie länger als ein halbes oder ein Jahr bleiben?
Dembélé: Im Fußball ist es immer schwierig, über die Zukunft zu sprechen. Das habe ich mir abgewöhnt. Momentan beschäftige ich mich nur mit dem Trainingslager und der Vorbereitung auf die Saison. Danach mit dem ersten Spiel. Im Fußball gibt es nun mal immer viele Wechsel. Spielst du eine gute Saison, weckst du schnell Begehrlichkeiten und wirst interessant für andere Vereine.
BZ: In Sofia haben Sie exzellent gespielt, in 36 Partien 34 Tore erzielt. Sie wissen schon, dass vor allem die Fans Sie an dieser außergewöhnlichen Quote messen werden.
Dembélé: Es macht keinen Sinn, Bulgarien mit Deutschland zu vergleichen. Das ist wie Schwarz und Weiß, nicht nur im Fußball, auch was die Mentalität betrifft. Das Niveau in Bulgarien ist natürlich nicht annähernd so hoch wie in Deutschland. Die Bundesliga ist nach England und Spanien die stärkste Liga Europas. Ich bin aber sicher, dass ich auch in Deutschland Tore schießen werde, auch wenn ich nicht weiß wie viele.
BZ: Sie haben im Fußball ja schon einiges erlebt. Vergleichen Sie den SC Freiburg doch mal mit früheren Stationen.
BZ: Wo war das so?
Dembélé: In Griechenland und Bulgarien, wobei in Sofia schon auch professionell gearbeitet wurde. Aber bei weitem nicht so wie in Freiburg.
Dembélé: Die harte Arbeit tut mir gut, das spüre ich.
BZ: Und dann wartet die Bundesliga. Sind Sie gespannt?
Dembélé: Am meisten freue ich mich auf die Stadien. Selbst in Frankreich gibt es Mannschaften wie Monaco, die überhaupt keine Fans haben. In Deutschland sind die Stadien voll, die Begeisterung ist groß. Davon habe ich viel gehört, auch wenn ich mich ansonsten eher mit englischem und spanischem Fußball beschäftigt habe.
BZ: Aber mit einem deutschen Verein mussten Sie sich schon vor dem Kontakt zum SC Freiburg beschäftigen: Sie standen mit Werder Bremen in Verhandlungen. Warum hat der Wechsel dorthin nicht geklappt?
Dembélé: Der Präsident von Sofia hat damals Forderungen gestellt, auf die Werder Bremen zu diesem Zeitpunkt nicht eingehen wollte. Das war allerdings im vergangenen Dezember, drei bis vier Tage vor Transferschluss. Somit kam der Wechsel nicht zustande. Aber nun bin ich ja doch in Deutschland und will für den SC Freiburg mein Bestes geben.
Autor: René Kübler
