Kommission lädt Keller ein

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Di, 31. März 2015

Sportpolitik

Doping beim SC Freiburg: Paoli bietet Gespräch am 23. April an.

FREIBURG (str). Letizia Paoli, die Vorsitzende der Kommission zur Vergangenheit der Freiburger Sportmedizin, lädt die Präsidenten der Fußballklubs SC Freiburg und VfB Stuttgart sowie den Deutschen Fußball-Bund zu einer offenen Aussprache ein. Paoli schlägt ein Treffen am 23. April in Freiburg vor.

Dabei soll es um die Doping-Vorwürfe gehen, die Andreas Singler, Mitglied der Kommission, Anfang März eigenmächtig und ohne Absprache mit seinen Kollegen öffentlich gemacht hatte. Singler hatte den beiden Bundesligaklubs in Freiburg und Stuttgart systematisches Doping vor dreieinhalb Jahrzehnten vorgeworfen. Er berief sich dabei auf Ermittlungsakten der Freiburger Staatsanwaltschaft. Belege nannte Singler nicht. Es war Fritz Keller, dem Präsidenten des SC Freiburg, sowie Bernd Wahler, dem Präsidenten des VfB Stuttgart, daher unmöglich, auf die Vorwürfe einzugehen.

Die Kriminologin Paoli lud Keller und Wahler sowie einen Vertreter des DFB daher nun ein, bei einem Treffen mit der Kommission die bislang zusammengetragenen Erkenntnisse zu diskutieren. Erneut rügte sie Singlers Alleingang scharf. Der Wissenschaftler habe mit seiner Veröffentlichung gegen klare Regeln der Kommission und der Freiburger Universität verstoßen. Da die Ermittlungsakten gegen den früheren Freiburger Sportmediziner Armin Klümper auch Hinweise auf nahezu flächendeckendes Doping im Radsport der 1970er und 1980er Jahre enthalten, lud Paoli zudem Rudolf Scharping, den Präsidenten des Bundes Deutscher Radfahrer, zu der Aussprache am 23. April ein. Allerdings, so Paoli, habe Scharping bislang geschwiegen und auf ihre Schreiben nicht reagiert.