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06. Juli 2010

"Der Lerneffekt ist größer"

BZ-INTERVIEW mit Stadtkommandant Clemens Huber, der eine Feuerwehr-Großübung organisiert.

  1. In Reih’ und Glied: Die Schläuche im Feuerwehrgerätehaus sind aufgerollt und einsatzbereit. Foto: Kathrin Blum

  2. Clemens Huber Foto: Kathrin Blum

ST. BLASIEN. Alle zwei Jahre proben die Feuerwehren des Gemeindeverwaltungsverbandes gemeinsam. Dieses Jahr findet die Großübung in St. Blasien statt. BZ-Redakteurin Kathrin Blum hat mit Stadtkommandant Clemens Huber über die Vorbereitungen gesprochen und wollte wissen, warum Details dieses Einsatzes geheim sind.

BZ: Herr Huber, wo und was proben Sie am Samstag?

Huber: Übungsort ist die Firma Schmidt Winterdienst- und Kommunaltechnik, geprobt wird bei der Produktionshalle im Füllenplatz. Es wird vier verschiedene Schadensszenarien geben. Näheres wird nicht verraten.

BZ: Warum nicht?

Huber: Wenn wir alarmiert werden, wissen wir ja auch nicht, was uns erwartet. Die Übung soll möglichst realistisch sein. In der Anfangsphase geht es sicherlich etwas chaotisch zu, wenn 15 bis 20 Fahrzeuge anrücken und ungefähr 110 Feuerwehrleute auf dem Gelände zugange sind. Das ist aber auch im Ernstfall so, bis sich alles organisiert hat und die ersten Minuten vorüber sind.

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BZ: Sollten Feuerwehreinsätze nicht geordnet ablaufen?

Huber: In gewisser Weise schon, dafür gibt es Dienstvorschriften und Standards für den Ablauf eines Einsatzes. Bis man aber einen Überblick über eine Einsatzstelle hat und die erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet sind, braucht es etwas Zeit. Auch bei Einsätzen kommt es vor, dass mal ein Fahrzeug im Weg steht oder etwas nicht so läuft wie es sollte. Genau deshalb proben wir ja die Koordination in dieser Größenordnung. Der Lerneffekt ist viel größer, wenn etwas Unerwartetes oder Ungeplantes passiert. Aus Fehlern lernt man.

BZ: Welche Wehren beteiligen sich an der Übung?

Huber: Mit dabei sind die drei St. Blasier Wehren, also auch die Abteilungen Albtal und Menzenschwand, und außerdem die Feuerwehren Bernau, Dachsberg, Ibach, Häusern, Höchenschwand und Todtmoos.

BZ: Und wenn es ausgerechnet am Samstag in einer der umliegenden Gemeinden wirklich brennt?

Huber: Mit solchen Eventualitäten müssen wir natürlich immer rechnen, deshalb kommen die Feuerwehren auch nicht in kompletter Stärke und mit allen Fahrzeugen.

BZ: Wie sieht die Organisation im Ernstfall aus, wenn viel Personal benötigt wird?

Huber: In der Regel ist es dann so, dass nicht alle Nachbarwehren kommen, sondern auch Feuerwehren aus weiter entfernten Gemeinden. Nach St. Blasien kämen beispielsweise Feuerwehren aus Weilheim, von der Hochrheinschiene oder aus dem Hotzenwald. Der Brandschutz muss weiterhin flächendeckend gewährleistet sein.

BZ: Wer nimmt außerdem an der Übung teil?

Huber: Mit dabei ist die sogenannte Führungsgruppe Ost mit Wehren aus dem Klettgau, zudem Mitglieder des DRK-Ortsvereins St. Blasien, die Bereichsnotärzte und eventuell auch die Polizei. Mitglieder der Jugendfeuerwehren St. Blasien und Häusern spielen die Verletzten.

BZ: Wie kommt es, dass Sie bei der Firma Schmidt proben?

Huber: Wir dürfen am Samstag die Firma Schmidt mit dem Prädikat "Partner der Feuerwehr" auszeichnen. Unter den etwa 320 Schmidt-Beschäftigten sind mehr als 50 Feuerwehrleute, die jederzeit für Einsätze freigestellt werden. Die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen klappt wirklich hervorragend, deshalb hat die Stadt beantragt, dass die Firma Schmidt Winterdienst- und Kommunaltechnik diese Auszeichnung bekommt. Im Zusammenhang damit bot sich eine Übung dort an, sozusagen um einen würdigen Rahmen für die Auszeichnung zu schaffen. Übrigens sponsert die Firma Schmidt auch das Vesper für alle Helfer.

BZ: Sind Zuschauer willkommen?

Huber: Ja, natürlich! Wir freuen uns über viele Zuschauer, die sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Wehren machen wollen. Beginn ist um 14 Uhr.

Autor: kbl