Deutsch lernen im Schatten des Doms

Susanne Filz

Von Susanne Filz

Fr, 10. August 2012

St. Blasien

Das Kolleg beherbergt derzeit 74 Jugendliche aus der ganzen Welt, die an einem Sprachkurs des Goethe-Instituts teilnehmen.

ST. BLASIEN. Von wegen Ferienruhe. In den Klassenräumen des Kollegs wird seit Montag wieder unterrichtet. 74 Kinder und Jugendliche aus rund 15 Ländern und vier Kontinenten, Teilnehmer eines dreiwöchigen Jugendkurses des Goethe-Instituts, sind nach St. Blasien gereist, um ihre deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern. Da die Vorkenntnisse in der deutschen Sprache bei den Schülern sehr unterschiedlich sind, wird in fünf Gruppen unterrichtet.

Zum Beispiel Pjotr aus Moskau. In flüssigem Deutsch erzählt er, dass er in Deutschland studieren und Arzt werden will, wenn er mit der Schule fertig ist. Eigentlich hätte er jede Menge Gelegenheit, während seines Schwarzwald-Aufenthalts Russisch zu sprechen, denn die russischen Jugendlichen stellen neben den Spanischsprechern im Kurs mit die größte Nationengruppe.

Wladimir kommt aus Mazedonien und lebt in der Schweiz. Seine Mutter ist Schottin, so dass sein Englisch prächtig ist. An seinem Deutsch will er noch arbeiten. Pjotr und Wladimir gehören zum Redaktionsteam der Kurszeitung, die während des St. Blasien-Aufenthalts entsteht. Für die Kurszeitung befragen sie ihre Mitstudenten zu ihren Erlebnissen in St. Blasien. Die Kurszeitung ist eines der Projekte, die neben dem Unterricht stattfinden. Daneben gibt es ein Theaterprojekt und ein Land-und Leute-Projekt, in dem ein kleiner Reiseführer produziert wird. Stoff werden die Jugendlichen für ihren Reiseführer genug haben, denn Exkursionen, etwa nach Freiburg und Stuttgart, sind ein wichtiger Teil des Kursprogramms. Im Freizeitprogramm werden unter anderem Reitkurse oder Segeln auf dem Schluchsee angeboten.

Erste Kenntnisse über die Domstadt vermittelte den Jugendlichen Bürgermeister Rainer Fritz, der den Kurs am Mittwoch im Kolleg besuchte. Die Teilnehmer erfuhren unter anderem, dass St. Blasien eine Tourismusgemeinde ist, dass es hier viele kulturelle Veranstaltungen, das Kolleg den Dom und mehrere große Firmen gibt. Warum denn die Touristen nach St. Blasien kämen und was ein Bürgermeister für die Stadt tue, wollten sie wissen. Noch mehr Fragen musste Rainer Fritz anschließend den Redakteuren der Kurszeitung beantworten.

Im Kolleg St. Blasien freut man sich über den Besuch aus aller Welt. Das Goethe-Institut sei ein guter Kontakt, meint Kollegpressesprecher Wolfgang Mayer. Mehrere Tausend Deutschkurse bieten die Goethe-Institute pro Jahr an. Deutsch als Fremdsprache ist bei Jugendlichen stark nachgefragt, berichtet Kursleiter Till Pechatscheck.