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06. April 2010

Sänger und Schauspieler überzeugten

Einen unterhaltsamen Abend boten die Eintracht Menzenschwand und eine Laiengruppe den Zuschauern im Kursaal.

  1. Aufklärungsarbeit im Hause Käpsele (von links: Anja Kaiser, Jutta Wassmer, Peter Manns, Thomas Beckert und Dieter Andris) Foto: Karin Stöckl-Steinebrunner

  2. Aus voller Kehle sangen die gut aufgestellten Männer des Gesangvereins "Eintracht" Menzenschwand, angefeuert durch das ausgesprochen präsente Dirigat von Hanspeter Dietsche Foto: Karin Stöckl-Steinebrunner

MENZENSCHWAND. "Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang…", mit diesem gesungenen Motto eröffnete der Männergesangverein Eintracht Menzenschwand sein traditionelles Osterkonzert, dem er – ebenso traditionell – ein Theaterstück folgen ließ. Diesmal hatten die Laiendarsteller unter der Regie von Peter Manns das heitere Mundart-Lustspiel von Werner Harsch mit dem vielsagenden Titel "Das Kur-Kindle" einstudiert.

In umgekehrter Reihenfolge ihres Mottos hatten die Sänger unter der Leitung von Hanspeter Dietsche drei Gruppen von Liedern vorbereitet. Zwischen den je rund 20-minütigen Darbietungen, von Michael Ehlert sachkundig moderiert, gab es kurze Pausen, die den Abend ebenso ansprechend gliederten, wie die Auswahl der zum größten Teil recht bekannten Stücke. Der erste Teil war geprägt von schönen, getragenen Melodien, angeführt von "Alle Tage ist kein Sonntag" und beschlossen von dem berühmten "S’ist Feierabend". Dazwischen erklang das nicht minder bekannte "Amazing Grace", bei dem sich Ingo Alexius als veritabler Solist präsentierte, sowie der Gefangenenchor aus Verdis Oper Nabucco, den die 18 Männer mit ausgezeichneten dynamischen Abstufungen und einem strahlenden Fortissimo intonierten.

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Aus voller Kehle sangen die gut aufgestellten Männer des Gesangvereins Eintracht Menzenschwand, angefeuert durch das ausgesprochen präsente Dirigat von Hanspeter Dietsche, auch im zweiten, der holden Weiblichkeit gewidmeten Teil des Konzertes. Dieser begann mit einer munteren, mit kommentierenden Einschüben versehenen und von Vorstand Rainer Baur solistisch ergänzten Version von "Hab’ mein Wagen voll geladen", gefolgt von "Ach, ich hab’ in meinem Herzen" aus der Oper "Schwarzer Peter" von Norbert Schultze. "Wahre Liebe" besangen die Menzenschwander, und auch der wehmütige "Bajazzo" Ruggiero Leoncavallos fehlte nicht, mit sehr schönem Bassfundament und anrührender Melodielinie vorgetragen.

Waren die ersten beiden Teile zwar bedächtig, aber durchaus ohne falsche Sentimentalität erklungen, so wurde es im dritten flott und spritzig. Dem "Chianti-Lied" und dem Trinklied aus Otto Nicolais "Lustigen Weibern" "Als Büblein klein" folgte "In der Waldschenke" mit Tenor Manfred Leber als Solist. Den Abschluss machte der in volkstümlichem Gewand und fröhlich punktiertem Rhythmus daherkommende "Frater Kellermeister", und auf den herzhaften Beifall hin stimmte der Chor als Zugabe noch quasi als lustigen Einblick in seine Probenarbeit das "Bierlied" an, Schunkeln inbegriffen.

Das Kur-Kindle wird fallengelassen

Lustig ging es auch weiter mit dem "Kur-Kindle", bei dem Souffleur Bertold Baur angesichts der solide vorbereiteten Laiendarsteller arbeitslos blieb, die Zuschauer hingegen mit reichlich Zwischenapplaus und ausgiebigen Lachern gut beschäftigt waren. Willy Käpsele (Peter Manns), gerade von seiner Frau Gertrud (Jutta Wassmer) noch mit einem kleinen Trick dazu verdonnert, Tochter Sandra (Jasmin Lorenz) aufzuklären, gerät in den schlimmen Verdacht, dass sein Kuraufenthalt vor zwei Jahren nicht folgenlos blieb. Durch die Indiskretion einer Nachbarin (Anja Kaiser), die einen an ihn adressierten Brief geöffnet und den Frauen im Hause Käpsele unter die Nasen gehalten hat, werden sie damit konfrontiert, das über ein Jahr hinweg liebevoll gehegte Produkt gemeinsamer Stunden in ihre Obhut nehmen zu müssen, da der neue Ehemann von Kurbekanntschaft Carmen Gorgonzola es laut Brieftext durchaus nicht haben will.

Hat die Nachbarin schon für allerlei Turbulenzen gesorgt, so häufen sich die komischen Missverständnisse, als der linkische Überbringer des "Kur-Kindles", Leopold Schätzle (Thomas Beckert), mit einem Pappkarton auftaucht und gesteht, den ihm anvertrauten Spross des Kuraufenthaltes von Willy Käpsele beim Umsteigen auf dem Bahnhof fallen gelassen und damit vermutlich ums Leben gebracht zu haben. Der von der Nachbarin zu Hilfe gerufene Dorfpolizist Gottlieb Hurlebaus (Dieter Andris) befiehlt, das Päckchen vor den Augen der entsetzten Familienmitglieder auszupacken. Zum Vorschein kommen die kläglichen Überreste – der Pflanze, deren Samen Willy Käpsele seiner Kurbekanntschaft geschenkt hatte.

Autor: Karin Steinebrunner