Schulalltag in Containern

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Sa, 16. September 2017

St. Blasien

Im Gebäude der Wirtschaftsschule haben derzeit Planer und Bauarbeiter das Sagen / Schüler sind in verschiedene Provisorien gezogen.

ST. BLASIEN. Bauarbeiter und Schüler teilen sich derzeit die Fürstabt-Gerbert-Schule. Damit die ehemalige Wirtschaftsschule saniert werden kann, mussten die Jugendlichen in provisorische Klassenzimmer ziehen. Der Schulbetrieb verteilt sich derzeit auf fünf Gebäude.

Die Heizung ist kalt, die Lichtschalter befinden sich im Nachbarraum und die Stifte für die neuen weißen Tafeln sind nicht ideal – wenn Rektorin Susanne Schwer zwischen Sporthalle und ehemaligem Königreichssaal unterwegs ist, wird sie auf manch einen Punkt angesprochen, der noch nicht passt. Aber insgesamt funktioniert alles gut, die Planer gehen auf die Wünsche und Bedürfnisse der Schule ein, sagt Schwer erfreut. Damit die Schüler in einigen Monaten die dann modernen Klassenzimmer in der ehemaligen Wirtschaftsschule beziehen können, muss der Schulalltag zum Teil umgeplant werden.

Während in dem maroden Schulgebäude Wände rausgerissen werden und das Dach saniert wird, müssen die Schüler die langen Wege zwischen Königreichssaal und den Fachräumen im zentralen Schulgebäude bewältigen. Deshalb habe man den Stundenplan für die Bauzeit verändert – vom Konzept der Doppelstunden musste man abrücken, nach jeder Schulstunde gibt es jetzt wieder eine Fünfminutenpause für den Raumwechsel.

Vier Differenzierungsräume (sie sind nötig, um den neuen Lehrplan umzusetzen), einen Konferenzraum, ein Büro für die neue Schulsozialarbeiterin und möglicherweise zwei Räume, die für größere Veranstaltungen verbunden werden können und neun Klassenzimmer – das Raumprogramm für die Wirtschaftsschule steht.

In dem Gebäude soll dann zum Beispiel Raum für große Elternversammlung vorhanden sein und die Differenzierungsräume (einer ist durch eine Glastüre mit dem benachbarten Klassenzimmer verbunden) bieten die Möglichkeit, die Klasse bei Bedarf auch einmal zu trennen, erläutert Schwer.

Jetzt gehe es noch um die Ausstattung, sagt Rektorin. So habe man sich gegen Beamer und für große Flachbildschirme in den Klassenzimmern und im Konferenzraum entschieden, auch Laptops sollte es jeweils in den Räumen geben. Auch die WLAN-Versorgung sei nötig, um den im Bildungsplan festgeschriebenen Auftrag der Medienerziehung umsetzen zu können. Die Entscheidung für diese Medientechnik sei aber noch nicht gefallen.

Während der Bauzeit geht es eng in der Fürstabt-Gerbert-Schule zu: Die Grundschulbetreuung musste beispielsweise ihren Raum für den normalen Unterricht räumen und die Unterrichtszeit wurde so umorganisiert, dass auch die Aufsicht sichergestellt werden kann – die Schule nutzt derzeit fünf Gebäude (Halle, Grundschule, Werkreal- und Realschule, Containerbau und ehemaliger Königreichssaal).

Die Investitionen in die wichtige Infrastruktureinrichtung der Stadt sind mit der Sanierung der ehemaligen Wirtschaftsschule noch nicht abgeschlossen: Im Hauptgebäude müssen noch Brandschutzauflagen umgesetzt und auch dort die WLAN-Verkabelung vorgenommen werden. Außerdem gehe jetzt die intensive Vorbereitung des Hallenneubauprojektes los, erläutert Rektorin Susanne Schwer.

Bei all den großen Herausforderungen ist sie froh über die gute Lehrerversorgung. Auch die "Eltern gehen gut mit", sagt Schwer. Nach Pfingsten 2018 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein und das sanierte Gebäude bezogen werden.