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27. Mai 2009
Humorvolle und tonsichere Sänger
Männergesangverein St. Märgen tritt zusammen mit Gastchor aus Düsseldorf auf
ST. MÄRGEN. Beim Jahreskonzert "Sängerglück" griffen die Sänger des Männergesangsvereins St.Märgen auf bekanntes, traditionelles Liedgut zurück. Damit versuchte der Chor dem Geschmack des Publikums zu entsprechen, bei dem moderneres Liedgut in englischer Sprache nicht so gut ankomme, wie Vorsitzender Bernhard Kirner aus Erfahrung weiß.
Beim diesjährigen Konzert gingen die Sänger sichere Wege und besannen sich auf eigenes Können – sie verzichteten souverän auf auswärtige Solisten und schmückten einige Stücke lediglich mit einem bereichernden Trompetensolo und der gewohnt guten Pianobegleitung des Dirigenten Stephan Rauber. Der Männerchor wirkte konzentrierter als 2008, als die Solistinnen den Klang des Konzerts zuweilen schmerzhaft dominierten.
Üblicherweise findet das Jahreskonzert zu Pfingsten statt, doch da der Männerchor Düsseldorf einen Gastgeber auf ihrer Tour quer durch Deutschland suchte, waren die St. Märgener bereit, den traditionellen Termin vorzuziehen und den Hochschwarzwälder Musikfreunden des Männergesangs ein Doppelkonzert mit den Düsseldorfern zu bieten.
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Die musikalische Leistung der St. Märgener gestaltete sich solide und tonsicher. Die Liedauswahl des überschaubaren Programms glänzte zwar nicht mit exotischen Extravaganzen, doch barg sie somit auch keine unpassenden Überraschungen. Die Lieder passten genau zu den hübsch anzusehenden Männern in ihren rot-weiß-schwarzen Schwarzwaldtrachten. Romantik war angesagt, viele der Lieder besangen die Liebe. Achim Stöhr bereicherte "Die Post im Walde" und das leidenschaftliche "Bolero der Herzen" mit anspruchsvollen Trompetensoli. Im zweiten Programmteil bewies der Chor endlich mehr Selbstbewusstsein und begeisterte mit sicherem Ton mit "Benia Calastoria" das dankbare Publikum, bevor die Sänger ihre humorvolle Seite zeigten. So sangen sie doch glatt "Wir sind die alten Säcke” von Pasquale Thibault und nahmen möglichen Kritikern im Publikum mit den Zeilen über alternde Sänger jeden Wind aus den Segeln. Das Publikum zeigte sich erst überrascht, etwas verwirrt, doch lachte es schließlich über die erfrischende Selbstironie. Dabei kann der Chor sich weder über die Stimmqualität noch über den Altersdurschnitt beklagen.
Noch am Tage zuvor sang der Männerchor Düsseldorf im Freiburger Münster. Beim Doppelkonzert in der Schwarzwaldhalle an diesem sommerlichen Samstagabend besannen auch sie sich aufs Traditionelle: Schuhmanns Frühlingsgruß und "Der träumende See" oder Webers "Jägerchor" etwa. Zackig, ja fast fetzig war die Darbietung des "Fliegermarschs" zu dem die Düsseldorfer einen Pianisten mitbrachten, der die Melodie seit Jahrzehnten im Blut zu tragen schien.
Tosender Applaus der St.Märgener belohnte die Gäste für ihre Leistung.
Der letzte Teil des Konzerts vereinte die beiden Männerchöre in Harmonie auf der Bühne mit herzergreifenden Bergliedern aus Kroatien und Italien, bevor anschließend die "Hoh´wald Musig" zu Tanz und Unterhaltung einlud. Beate En-dris (Sängerbund Breisgau, Gruppe Hochschwarzwald) zeichnete den langjährigen Moderator Markus Mark für 25 Jahre als Chorsänger mit der silbernen Ehrennadel aus. Mark war auch viele Jahre im Vorstand tätig.
Autor: Marion Pfordt


