Starke Arbeit, aber weniger Spenden

Gabriele Zahn

Von Gabriele Zahn

Sa, 01. Juli 2017

Waldkirch

Der Sozialdienst katholischer Frauen hilft Menschen in komplizierten Lebenslagen mit Beratung, aber auch Finanzhilfen.

WALDKIRCH. In der Mitgliederversammlung des Sozialdienstes katholischer Frauen berichtete das Vorstandsteam, dass es immer wichtiger werde, Menschen in Notlagen zu helfen und Verantwortung zu übernehmen. Die Spenden, die für diese Arbeit benötigt werden, gehen jedoch zurück. Insgesamt wurden 92 000 Euro an wirtschaftlichen Hilfen geleistet.

Spenden und Hilfen:
Geschäftsführerin Joanne Vlasblom informierte, dass die Spenden von 18 500 auf 10 800 Euro zurückgegangen waren. Dafür habe der SkF erstmals 1500 Euro Zuschuss aus der Caritassammlung erhalten, um die Kosten für die Babykleiderkammer zu decken. Dank einer Rückerstattung konnte das vergangene Jahr mit einem Plus abgeschlossen werden. Wirtschaftliche Hilfen wurden 363 mal geleistet mit in der Summe 92 000 Euro. Diese Mittel stammen aus der BZ-Aktion Weihnachtswunsch, von Hoffnung für Kinder, vom Caritasverein St. Vinzenz, von der Bundesstiftung und vom Bischofsfonds. Am häufigsten werde der Verein von Vereinen und von Trauernden mit Spenden bedacht.

Rechtliche Betreuung:
Insgesamt wurden 88 Personen rechtlich betreut, davon 59 von 50 Ehrenamtlichen und 31 von zwei Hauptamtlichen. Fast die Hälfte der Betreuung durch Ehrenamtliche sind Angehörige. Für die rechtliche Betreuung konnte vier Ehrenamtliche gewonnen werden. Die ehrenamtlichen Betreuer werden von den beiden Hauptamtlichen begleitet und beraten. Zum Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung wurden 56 Personen beraten.

Schwangerschaftsberatung:
Schwerpunkt in der Schwangerschaftsberatung waren im vergangenen Jahr die Arbeit mit Flüchtlingen, Hilfe bei der Wohnungssuche und die Alltagsbegleitung von Familien. Bei der Alltagsbegleitung sei der Hebammenmangel auch im Elztal spürbar. Bei der Beratung habe auch das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf zugenommen. Insgesamt wurden 213 Personen/Paare beraten.

Sozial- und Lebensberatung:
Finanzielle Engpässe waren der häufigste Anlass, dass die Sozial- und Lebensberatung des SkF aufgesucht wurde. Gesundheitliche Belastungen waren in vielen Fällen der Grund für die wirtschaftlichen Sorgen. Ein Sechstel der Problemlagen betrafen die Wohnungssituation. Die Beratungen hatten das Ziel, Lösungswege zu entwickeln, um eine längerfristige und nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität anzustreben. Insgesamt 94 Personen nahmen die Sozial- und Lebensberatung des SkF in Anspruch.

Bezüglich bezahlbaren Wohnraums sei der SkF mit dem Caritasverein St. Vinzenz in Waldkirch in Kontakt. Das Verhältnis zu den beiden Mietern Haus Bündtenstraße sei herzlich und offen. Die Mieter sprechen sich ab, das Außengrundstück zu pflegen. Die Mietdauer sei immer auf drei Jahre begrenzt. Eine Mieterin habe um Verlängerung gebeten. Ihr wurde zugesagt. Der SkF beteiligt sich auch am Netzwerk Flüchtlinge.

Schulungen:
Als Folge der Missbrauchsskandale habe die Caritas für Menschen, die mit Schutzbefohlenen umgehen, Schulungen angeboten. Den Sozialdienst betreffe dies zwar nicht, sagte die Vorsitzende Chrysanta Dreher, aber die Schulungen seien hilfreich bei der Arbeit und dem täglichen Miteinander. Der Umgang mit den vom Landratsamt geforderten Führungszeugnissen bei ehrenamtlicher Tätigkeit sei nicht ganz einfach.

Mitglieder und Vorstand:
Ende des vergangenen Jahres hatte der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) 88 Mitglieder, berichtete die Vorsitzende Dreher. Bei den nächsten Vorstandswahlen in zwei Jahren wollen sowohl die Vorsitzende Chrysanta Dreher als auch ihre Vorstandskollegin Rita Maciej-Meier nicht mehr kandidieren, kündigten die beiden in der Versammlung an. Es sei eine gute und erfahrungsreiche Zeit gewesen, kommentierte Maciej-Meier, die auch berichtete, dass sie bei ihrer Arbeit für den SkF von ihrem Ehemann unterstützt werde. Es werde immer notwendiger, dass Menschen in Notlagen geholfen und für eine gewisse Zeit Verantwortung übernommen wird. Bisher musste ein Vorstandsteam aus drei katholischen Frauen bestehen. Diesbezüglich seien Änderungen absehbar. Zur Verbesserung des Verwaltungsablaufs wurde beim SkF ein digitaler Kalender getestet. Der war zwar kostenlos, aber sehr umständlich; einen besseren Kalender zu installieren, wäre jedoch teuer gewesen. Deshalb werde weiter mit dem alten System gearbeitet.