13 Millionen Euro für die Zukunft

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Mi, 29. November 2017

Staufen

Seit Jahren wird am Faust-Gymnasium in Staufen kräftig investiert / Neue Biologie-Räume und sanierte WC offiziell übergeben.

STAUFEN. Mit Investitionen von über 13 Millionen Euro in den vergangenen acht Jahren soll das Faust-Gymnasium nun fit für die Zukunft sein. Landrätin Dorothee Störr-Ritter kam am Montag in die Schule und übergab die neu gebauten Biologie-Räume und die sanierte WC-Anlage in der Aula ihrer Bestimmung. Doch damit ist noch lange nicht Schluss mit Bauen am Faust.

Viel Lärm um Nichts – dieses Stück von William Shakespeare präsentierte die Theater-AG des Faust erfolgreich in den vergangenen Wochen. Doch der Titel der Komödie passt nur zur Hälfte auf das, was in den vergangenen Monaten in der Schule ablief: Bei laufendem Betrieb wurde auf zwei Stockwerken viel Lärm gemacht, so dass den Schüler, Lehrern und Mitarbeitern oft die Ohren dröhnten. Allerdings war es mehr als Nichts, was dabei herauskam. Wer jetzt zu Veranstaltungen in die Aula kommt, trifft auf nahezu luxuriöse Verhältnisse: Die WC-Anlage könnte so auch in einem teuren Kaufhaus stehen. Und die Biologieräume und die davor renovierten Physik- und Chemieräume, so betonte Schulleiter Hans-Joachim Kraus, sind ein Vorzeigeobjekt und gehörten zu den bestausgestatteten Fachräumen im ganzen Regierungsbezirk.

Die Landrätin wird gefreut haben, das Lob zu hören. Dennoch fragte sie in ihrer Rede zur Einweihung: "Angesichts dieser besonderen Ausstattung werden doch manche die Stirn runzeln: Braucht man solchen Luxus wirklich bis in die Toiletten?" Die Frage beantwortete sie gleich selbst: Wenn Dinge neu und qualitativ gut seien, bestehe eine große Hemmschwelle, hier etwas kaputt zu machen oder zu vermüllen. Und deshalb seien die Kosten von 650 000 Euro durchaus zu vertreten. Zumal, wie Schulleiter Hans-Joachim Kraus aus dem Nähkästchen plauderte, man ja nicht nur die WC-Anlage saniert habe, sondern gleich die ganze Elektrik des Hauses. Wie ein Spinnennetz aus Stromleitungen habe es ausgesehen, als man die Zwischendecke abnahm, sagte ergänzend der Architekt der Sanierung, Volker Rosenstiel. Dazu sei auch noch Asbest entdeckt worden, sodass die Arbeiten mehr Zeit und mehr Geld gekostet habe. Nach weit über 25 Jahren Sanierungen an der Schule seien jetzt die Zeiten vergessen, da das Dach undicht war, es in die Aula regnete und die Fenster aus den Rahmen fielen, erinnerte sich Rosenstiel.

Die Landrätin betonte, dass der Kreis auch weiterhin bereit sein werde, in die Bildung der jungen Leute im Kreis zu investieren. "Sie sind uns wichtig, und die Schule legt das Fundament für ein gelingendes Leben."

Planungen für einen Anbau laufen bereits

Danach war Zeit für einen Rundgang durch die renovierten Räume. Anhand kleiner Experimente veranschaulichten die Fachlehrer die schon bestehenden Möglichkeiten einer digitalen Schule: Whiteboards, übergroße Bildschirme eigentlich, auf die Bilder, Grafiken, Animationen und Schülerleistungen projiziert werden. So anschaulich die Entstehung von Wellen gezeigt zu bekommen, war neu für die Landrätin: "Wahrscheinlich hätte ich damit im Physikunterricht mehr verstanden", kommentierte sie die Präsentation. All die Geräte seien kein Luxus, sagte ein Fachlehrer, sondern ein deutlicher wertvoller Fortschritt, und sie würden täglich im Unterricht eingesetzt.

Im Chemieraum schließlich wartete ein besonderes Experiment auf die Landrätin. Im glasumhüllten Digestorium, in dem die Lehrkraft den Schülern Experimente zeigen, die sie später nachahmen sollen, hing ein weißes Stück Papier. Mit Hilfe einer gesättigten Kaliumnitrat-Lösung waren unsichtbar Buchstaben aufs Papier gemalt worden. An vorbestimmen Stellen zum Glühen gebracht, brannten aus dem Papier die Buchstaben "LKBH" (für Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) und drei Herzen heraus, ein besonderes Dankeschön an die Landrätin und den Kreistag, der Schule diese ganz besonderen Räume finanziert zu haben.

Doch die Bauarbeiter sind nur für kurze Zeit aus der Schule verschwunden. Denn die Planungen laufen für einen Anbau an das Faust-Gymnasium. Er soll die alten Fünfer-Pavillons und zusätzlich die Klassenräume im Kapuzinerhof ersetzen, die durch die Stadtsanierung wegfallen werden. Die Stadt Staufen tritt für die Finanzierung in Vorleistung, sodass der dringend benötigte Anbau schneller als im Schulentwicklungsplan vorgesehen errichtet werden kann. Spätestens ab Herbst 2020 sollen die Schüler in dem Neubau unterrichtet werden.