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24. September 2009

150 Erstwähler stimmen sich auf den Sonntag ein

Politcafé: Der Neigungskurs Gemeinschaftskunde veranstaltet am Faust-Gymnasium Staufen eine anregende Podiumsdiskussion

  1. Lebhaft wurde am Staufener Faust-Gymnasium mit den Bundestagskandidaten diskutiert. Foto: Felix Jehle

STAUFEN. Sechs Tage vor der Bundestagswahl leitet der Neigungskurs Gemeinschaftskunde am Faust-Gymnasium in Zusammenarbeit mit der Organisation "Politikfabrik" Berlin eine Podiumsdiskussion. Dabei sind Vertreter aller fünf im Bundestag vertretenen Parteien. Die hitzigen und informativen Debatten geben den rund 150 interessierten Erstwählern nicht nur Einblick in das Politikgeschäft, sondern helfen ihnen auch bei der anstehenden Wahlentscheidung für den 27. September.

Bei der Veranstaltung sammeln viele Schüler erste politische Erfahrungen. "Das ist für mich die beste Form von Unterricht, die es für Schüler geben kann", so das Fazit von Schulleiter Hans-Joachim Kraus nach dem zweistündigen Schlagabtausch der fünf Direktkandidaten. Sascha Fiek (FDP) und Kerstin Andreae (Grüne) aus dem Wahlbezirk Freiburg sowie Armin Schuster (CDU), Jana Zirra (SPD) und Adelbert Ringwald (Linke) aus dem Wahlkreis Lörrach-Müllheim sind gekommen, um bei den Erstwählern bei den Themen Umwelt, Arbeitsmarkt und Bildung zu punkten. Aber auch die Werbung in eigener Sache wird nicht vernachlässigt; es gilt ja schließlich auch sich selbst gut zu verkaufen.

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Bei der Diskussion kommt es auch mal zu Grundsatzdebatten über politische Staatsformen, die den wahlmündigen Gymnasiasten die politischen Grundpositionen der Parteien verdeutlichen. Für den 20-jährigen Fabian Baumert sind auch die verschiedenen Meinungen zum Thema Verstaatlichung sehr aufschlussreich. "Da hat für mich eine Art Aha-Effekt stattgefunden, da man die Positionen sehr gut voneinander unterscheiden konnte."

Interessant wird es auch bei dem Thema Studiengebühren, bei dem das Publikum rege an der Diskussion beteiligt ist und auch viele Versprechungen gemacht werden.

Im Anschluss an die Debatte hat der engagierte Politik-Kurs noch eine Testwahl vorbereitet, bei der jeder Interessierte seine Stimme abgeben kann.

"Alles hat absolut wunderbar geklappt und es war toll organisiert", lobt der begeisterte Oberstudiendirektor Hans-Joachim Kraus nach der Diskussion den Ablauf der Veranstaltung. Einig sind sich die Politiker mit dem Schulleiter in dem Punkt, dass es wichtig für die Schüler sei, Politik hautnah und nicht nur vor dem Fernseher zu erleben. Den 56-Jährigen freut im Weiteren, dass die Diskussion so lebhaft und angeregt geführt wurde.

Daran haben die zwei Moderatoren der Veranstaltung sicherlich einen großen Anteil: Sie leiten das Gespräch, ermöglichen dem Publikum Fragen zu stellen und unterbrechen die Politiker, wenn sie mal die 90 Sekunden Redezeit überschreiten.
Aber auch der 18-jährige Schulsprecher Sascha D’Angelo ist eine der wesentlichen Figuren der politischen Erörterung. Unter anderem erklärte er den Politikneulingen vorab der Diskussion mit einem weiteren Schüler des Politikkurses das Wahlsystem der Bundesrepublik Deutschland.

Zu einem weit früheren Zeitpunkt ist er aber schon stark an der Realisierung des Projekts beteiligt, da er die Bewerbung an die überparteiliche, studentische Organisation "Politikfabrik" Berlin schickt, die es sich zum Ziel gemacht hat, "junge Wählerinnen und Wähler für Politik zu begeistern, über aktuelle Themen zu informieren und zur Wahl zu motivieren". Nach der Zusage nimmt Sascha D’Angelo Anfang September zusammen mit David Teschner in Berlin zwei Tage an einem Workshop teil. Dort kann ihnen unter anderem Sandra Maischberger nützliche Tipps für eine gelungene Moderation geben.

Aber auch die anderen Schülerinnen und Schüler des Neigungskurses müssen vorab einiges an Arbeit leisten, wie ihr Lehrer Philipp Meyer-Krentler weiß. "Wir haben uns in Teams aufgeteilt, in denen wir Plakate entworfen, uns vorab Fragen überlegt, die Technik organisiert und natürlich auch die Politiker zum Gespräch eingeladen haben."

Er sei stolz, eine von bundesweit 50 Schulen zu sein, an denen im Rahmen der "Wahlgang"-Veranstaltungsreihe eine solche Informationsveranstaltung stattfindet. "Für mich sind die Positionen der Parteien sehr gut klar geworden und ich hoffe, die Schüler konnten sich eine Meinung bilden."

Autor: Felix Jehle