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30. Juni 2011
Abitur-Jahrgang im Doppelpack
Die Abiprüfungen am Faust-Gymnasium waren 2011 nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine logistische Herausforderung.
STAUFEN. Abi bedeutet sowieso Stress – in erster Linie natürlich für die Abiturienten selbst, aber auch – manche Schüler mögen es kaum glauben – für die Lehrer, die ja doch mit ihren Schützlingen mitfiebern. Stress mal zwei oder vielleicht sogar Stress hoch zwei bedeutete der Abi-Jahrgang 2011 für das Faustgymnasium, denn der kam – genauso wie am Bad Krozinger Kreisgymnasium – als Doppelpack. Jetzt aber ist es geschafft: Rund 230 junge Leute haben ihr Reifezeugnis bekommen.
Die beiden Gymnasien in Bad Krozingen und in Staufen gehören zwar nicht zu den allerersten Schulen im Land, aber doch zu den frühen, die das Zusammentreffen der achtjährigen Gymnasialzeit (G 8) mit dem alten G 9 bei den Abiturprüfungen meistern mussten. Der doppelte Abi-Jahrgang bedeutete natürlich auch für die Bad Krozinger eine Herausforderung, doch ist das Kreisgymnasium noch jung, die Schülerzahlen vergleichsweise niedrig.Das Faust-Gymnasium indes musste die Prüfungsinfrastruktur für 230 Abiturienten stemmen. Zwar gab es solche Zahlen am Faust auch schon bei einem einzigen Jahrgang – doch das ist lange her. Längst pendeln sich aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen die normalen Abschlussjahrgänge auf um die 100 ein. Nun also der Doppelpack – was vor allem für die Organisation der mündlichen Prüfungen vor den Pfingstferien eine Herausforderung bedeutete. Jede mündliche Prüfung, die heutzutage in Form einer Präsentation (meist mit Hilfe moderner Technik) mit anschließendem Kolloquium abläuft, benötigt drei Prüfer, einer davon von einer externen Schule. Und in kritischen Fällen muss auch noch der Direktor hinzukommen.
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"Alle Lehrer sind im Einsatz. Zusätzlich steht ein eigenes Technik-Team zur Verfügung. Darüber hinaus wird das gesamte technische Equipment der Schule für die Präsentationsprüfungen benötigt. 18 bis 20 Räume werden pro Prüfungstag mit Prüfungen belegt sein, zwei Räume für jede Kommission, um den Schülern genügend Zeit zur Vorbereitung und zum Aufbau zur Verfügung zu stellen", hieß es in einem "Faust aktuell speziell" mit Informationen zum mündlichen Abi.
Der Aufwand hatte einen Preis, den die übrigen Schüler gerne zu zahlen bereit waren, viele Eltern hingegen weniger: Vier Tage lang fiel der normale Unterrichtsbetrieb im Faust-Gymnasium aus. Angesichts der besonderen Situation sei dies zu verantworten gewesen, meint Schulleiter Hans-Joachim Kraus, der am Ende ein positives Fazit zieht. Die Korrekturen hätte man vielleicht ein wenig anders organisieren können, insgesamt aber sei man mit dem Prüfungsablauf sehr zufrieden, zumal sich "die Kollegen sehr ins Zeug gelegt haben", betont Kraus. "Darauf bin ich stolz."
Stolz können Schulleitung, Lehrer und vor allem die Abiturienten auch auf die Ergebnisse sein. Mit 2,2 liegt das Faust-Gymnasium wieder mal unter dem landesüblichen Abi-Durchschnitt von 2,3. Sieben Schülerinnen und Schüler können mit der Traumnote 1,0 glänzen. Ein signifikanter Unterschied bei den Noten zwischen G 8- und G 9- Absolventen war nicht festzustellen. Allerdings haben die ohnehin die letzten zwei Jahre zusammen in den Kursen verbracht – es hat sich so, nach Ansicht der Lehrer, nicht nur leistungsmäßig, sondern auch menschlich ein gutes Zusammenwachsen ergeben.
G 8 habe am Anfang viel Arbeit gemacht und vor allem viel Kommunikation vor allem mit den Eltern erfordert. "Inzwischen aber ist Ruhe eingekeh rt", meint Kraus. Ob’s angesichts neuer bildungspolitischer Ideen der neuen Landesregierung bei der Ruhe bleibt, wird man auch in Staufen abwarten müssen. Bis dahin kann Feiern nicht schaden – wie etwa beim Abiball heute Abend. Auch da wurden neue Dimensionen erreicht: Die Fete steigt, mangels entsprechender Raumkapazitäten in der Fauststadt, in der Malteserhalle in Heitersheim.
Autor: Alexander Huber
