Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

11. August 2011 14:51 Uhr

Sicherung

Badenova sichert Staufens Gasnetz für eine Million Euro

Nach den Erdwärmebohrungen machen in Staufen nicht nur die Risse Probleme. Zur Sicherung des Gasnetzes musste der Energieversorger Badenova bereits über eine Millionen Euro investieren.

  1. Die Badenova hat Dehnungsbögen eingebaut, um das Staufener Gasnetz zu sichern. Foto: Badenova

Wie der Gasnetzbetreiber mitteilte, wurde das Ortsnetz so umgebaut, dass der Versorger jederzeit auf Gasaustritte reagieren und das Netz in Teilen abschalten könne. Einzelne Straßenzüge könnten getrennt werden, ohne die gesamte Altstadt von der Erdgas-Versorgung abschneiden zu müssen. Zudem hat Badenova an 16 Stellen Dehnungsbögen installiert, die die Zugkräfte an den Leitungen kompensieren und das Netz flexibler machen.

"Das Ortsnetz von Staufen ist wahrscheinlich das am besten überwachte Gasnetz in Deutschland", so Badenova. Hausanschlüsse in rund 200 Immobilien wurden auf ihre Sicherheit überprüft. Auch wurden ein Dutzend Messpunkte eingerichtet, mit denen man prüfen kann, wie stark die Zugkräfte auf die Leitungen einwirken.

Alle 14 Tage – bei Dauerfrost jede Woche – gehen Erdgas-Spürtrupps mit hochsensiblen Messgeräten das Leitungsnetz in der Altstadt ab, um eventuelle Gasaustritte frühzeitig zu erkennen. Normale Überprüfungszyklen sehen einen Zeitabstand von vier Jahren vor.

Im Zentrum von Staufen mit seinen dicht an dicht stehenden und teilweise denkmalgeschützten Häusern hebt sich seit Ende 2007 die Erde. Ursache sollen unsaubere Geothermie-Bohrungen gewesen sein, bei denen Grundwasser in eine gipshaltige Erdschicht lief, die sich aufgebläht hatte. Der Boden hob sich daraufhin und zog hunderte Häuser in Mitleidenschaft.

Werbung


Auf rund 50 Millionen Euro wird der Schaden in Staufen inzwischen geschätzt. Auch die Stadt Schorndorf beklagte 2009 ein ähnliches Phänomen. Erst vor wenigen Tagen waren nach Erdwärmebohrungen auch Mauerrisse an mehreren Häusern in Leonberg bekanntgeworden.

Mehr zum Thema:

Autor: dpa