Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

17. November 2009

Ein Staufen-Tag bei der Expo 2010

Die Schüler des Chinesischkurses am Staufener Faust-Gymnasium als VIP-Gäste bei der deutsch-chinesischen Promenade in Wuhan

  1. Die Austauschschüler vor der Partnerschule im chinesischen Wuhan. Foto: Privat

  2. Jürgen Eberbach überreicht Schulleiterin Zhang von der Partnerschule als Geschenk ein Bild mit dem Staufener Rathaus. Foto: Privat

STAUFEN (BZ). Seit Beginn dieses Schuljahres besteht am Faust-Gymnasium Staufen die Möglichkeit, in der Oberstufe Chinesisch als offizielle Fremdsprache zu belegen, dieses Fach in die Abiturwertung einzubringen, oder es sogar als mündliches Prüfungsfach zu wählen. 15 Schülerinnen und Schüler in den Kursstufen I und II machen derzeit davon Gebrauch.

Was gibt es Besseres für diese Schülerinnen und Schüler, als die Sprachkenntnisse vor Ort, also in China, anwenden und vertiefen zu können? Gemeinsam mit der Chinesisch-Lehrerin Wen Mao-Eberbach und dem Leiter des China-Projekts, Jürgen Eberbach, wurde deshalb ein dreiwöchiger Sprachaustausch mit der Partnerschule des Faust-Gymnasiums in Wuhan vorbereitet. Abflug war in Frankfurt. Bei einem kurzen Zwischenstopp in Schanghai nutzten erst einmal alle die Gelegenheit, sich mit ehemaligen Austauschpartnern und Freunden zu treffen. Die Vorbereitungen für die Expo 2010 sind nicht zu übersehen, ganz Schanghai ist eine riesige Baustelle. Im Rahmen des Schüleraustauschs mit der Shidong-Schule Shanghai im nächsten Jahr ist auf der Expo ein Staufen-Tag geplant.

Werbung


Im Schulcampus zusammen mit 4500 chinesischenSchülern
Nach drei Tagen hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von den Freunden in Schanghai. Mit einem luxuriösen Expresszug, der dem japanischen Shinkansen sehr ähnlich ist, fuhr die Gruppe weiter zum eigentlichen Ziel der Reise, in die zentralchinesische Metropole Wuhan am Jangtse-Fluss. Wuhan ist mit etwa acht Millionen Einwohnern die Hauptstadt der Provinz Hubei und eine der dynamischsten Wachstumsregionen Chinas. Die dortige Mittelschule Nr.1 ist die zweite chinesische Partnerschule des Faust-Gymnasiums und eine der zehn Eliteschulen Chinas.

Zusammen mit 4500 chinesischen Schülern wohnte die Gruppe aus Staufen auf dem riesigen Schulcampus und nahm aktiv am chinesischen Schulleben teil. Speziell für die deutschen Schüler gab es jeden Tag Chinesischunterricht sowie Kurse in chinesischer Malerei und Tai Chi. Viel Spaß machte es auch, den Schülerinnen und Schülern der neu eingerichteten Deutschklasse beim Erlernen der deutschen Sprache zu helfen.

Zeitgleich mit dem Aufenthalt der Staufener Gruppe war Wuhan 5. Station der Veranstaltungsreihe "Deutschland und China – gemeinsam in Bewegung" unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Köhler und Staatspräsident Hu Jintao. Mehr als 600 000 Besuchern kamen in neun Tagen ans Jangtse-Ufer, um Veranstaltungen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zu besuchen und Deutschland mit allen Sinnen zu erleben. Partner der deutschen Wirtschaft zeigten in architektonisch anspruchsvollen Bambuspavillons ihre innovativen Lösungen rund um Themen wie Energieeffizienz, soziale Mobilität oder Umweltschutz. Dass Deutschland der Region besondere Bedeutung beimisst, machte auch der Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder deutlich, der nicht nur die Promenade, sondern auch das hochkarätig besetzte Forum zur nachhaltigen Entwicklung eröffnete.

Ehrengäste bei allen wichtigen Veranstaltungen
Auf Einladung der Deutschen Botschaft und des Goethe-Instituts Peking waren die Schüler und Lehrer des Faust-Gymnasiums Ehrengäste bei allen wichtigen Veranstaltungen dieser Deutschland-Promenade. In Anwesenheit des deutschen Botschafters Paul Schäfer und hochrangiger chinesischer Regierungsmitglieder erhielten die Staufener Schülerinnen und Schüler bei der Eröffnung der Ausstellung "Deutschland für Anfänger" , bei der Eröffnungszeremonie der "Deutscholympiade" und bei der feierlichen Unterzeichnung des Pasch-Partnerschaftsvertrags lang anhaltenden Beifall für einige gemeinsam mit ihren chinesischen Partnern vorgetragene chinesische Lieder und den dazu passenden Choreographien. Beim Deutschlern-Basar informierte das Faust-Gymnasium an einem eigenen Stand über die Möglichkeiten deutsch-chinesischer Schulpartnerschaften.

Verständlicherweise vergingen die drei Austauschwochen wie im Flug und alle nahmen nur sehr ungern Abschied von den neuen Freunden im warmen Wuhan. Tröstlich ist immerhin, dass man viele davon beim nächsten Austauschbesuch vielleicht schon im Februar in Staufen wiedersehen wird.

Autor: bz