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26. März 2009 10:16 Uhr
162 Häuser in Staufen haben Risse
Hinteres Rathaus wird evakuiert
Und wieder gab’s einen weiteren Schub. Die Risse in der Staufener Altstadt geben mittlerweile zu größter Besorgnis Anlass. Sicherheitshalber soll jetzt schweres Inventar aus dem hinteren Rathausgebäude (Stadtbauamt und Grundbuchamt) evakuiert werden.
STAUFEN. Risse und keine Entwarnung. "Wir haben weiterhin Bereiche mit einer Hebung von rund einem Zentimeter monatlich", meldete Bürgermeister Michael Benitz in der öffentlichen Ratssitzung am Mittwochabend. Derzeit seien insgesamt 162 Häuser betroffen.
Es habe wohl einen Schub gegeben, der dazu führte, dass sich Risse im rückwärtigen Rathausgebäude spontan um einen Zentimeter vergrößerten. Die Folge: eine stufenweise Evakuierung wird eingeleitet, beginnend mit den schweren Lasten im Grundbuchamt, um die statischen Vorgaben zu gewährleisten. Hinzu kommen erste Stützmaßnahmen am Gebäude, sowie am Rathaus und den Nachbargebäuden wie dem Rathauscafé, dem "Löwen" und dem "English House", wo kürzlich eine Fensterscheibe geplatzt sei.Die erste Erkundungsbohrung, mit der am 9. März begonnen wurde, wurde mittlerweile bei einer Tiefe von 17,8 Metern abgebrochen. Dabei förderten die Sachverständigen nach den Ausführungen von Clemens Ruch vom Landesamt für Geologie und Bergbau Frappierendes zu Tage. "Wir konnten eine geologische Störung zwischen der Bohrung 1 und dem Sondenfeld ermitteln, die uns Kopfzerbrechen bereitete", so Ruch. Die Auswertung ergab nicht nur einen mit Wasser gefüllten Hohlraum, sondern – weitaus verblüffender – eine architektonische Verwerfung, die nur dank der Bohrung interpetierbar geworden sei. Ruch sprach von einem tektonischen Span, der auf etwa 35 Meter begrenzt sei und eine Differenz der Gesteinsbeschaffenheit über 120 Höhenmeter ausweise.
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Was tun? Ruch zufolge hätte es keinen Sinn gemacht, mit den gewonnen Erkenntnissen an der Stelle weiterzubohren. "Jetzt müssen wir näher an das Sondenfeld heran", erkärte Ruch und kündigte für den gestrigen Donnerstag nach der Umsetzung des Bohrgerätes eine neue Bohrung am verändertem Standort, nahe an der bestehenden Sonde 6, an. "Da könne man kein Ungemach anrichten", zeigte Ruch sich überzeugt, da es sich bei den Sonden 2 und 7 um die "hydraulisch relevanten Verdachtskandidaten" handele. Ein winziger Hoffnungsschimmer für Bürgermeister Michael Bentiz: "Möge sich der Quellvorgang auf die fraglichen 35 Meter beschränken".
Am Ende der Ratssitzung regte Helmut Bühler (FW) außerdem an, den Hauptwasserhahn für das Gebäude an den Wochenenden abzustellen: Um notfalls einem Wasserschaden im Archiv im Keller entgegen zu wirken.
Autor: Susanne Müller
