Lateinamerikanisches Musikflair verbreitet

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Sa, 01. Juli 2017

Staufen

Mario Casartelli gastierte für ein Benefizkonzert zu Gunsten der Gesellschaft Staufen-Paraguay in Auerbachs Kellertheater in Staufen.

STAUFEN. Lateinamerikanische Musik begeistert weltweit – einer ihrer rührigsten Vertreter machte nun wieder einmal in Staufen Station. Bereits zum vierten Mal war Mario Casartelli auf Einladung der Gesellschaft Staufen-Paraguay im Markkgräflerland zu Gast, diesmal in Auerbachs Kellertheater.

Zusammen mit den zahlreichen Mitgliedern des von ihm gegründeten Hilfsvereins für Paraguay freute sich Bernd Immen, erneut Mario Casartelli begrüßen zu dürfen. Herzlich dankte er Eberhard Busch dafür, dass er das Kellertheater für den Abend zur Verfügung stellte.

Mario Casartelli war vor zwölf Jahren zum ersten Mal in der Region und hat sich hier einen großen Freundeskreis erspielt, zu dem auch Musiker aus der Gegend gehören. Im gemütlichen Ambiente des kleinen Theaters fühlten sich seine drei bestens aufeinander eingespielten Mitstreiter sichtlich wohl. Die Violistin Katharina Mlitz-Hussain war aus dem Vauban gekommen, wo sie seit 1998 lebt und arbeitet. Ihre Stärke ist, und das wurde nun auch wieder deutlich, die Improvisation und ihr Talent, sich in die Musik ganz unterschiedlicher Kulturen einzufühlen, ohne ihre Prägung durch eine klassische Ausbildung zu verleugnen. Zu einiger Virtuosität auf dem Gebiet spanischer Gitarrenmusik hat es auch Ralf Schnackenberg gebracht, der sich nach einem Studium der Rockgitarre am Guitar Institute of Technology in Los Angeles ganz diesem Genre verschrieben hat. Ausgebildet bei dem Flamenco-Spezialisten Juan Serrano, gibt er nun sein Können in Sachen spanische Gitarre an den Nachwuchs weiter.

Der Vierte im Bunde und zuständig für den Rhythmus, Tomas Scheffert, zeigte einmal mehr, welch große Vielfalt der bescheiden aussehende Kasten namens Cajon entwickeln kann: Wenn richtig genutzt, hat er das Zeug dazu, ein Schlagzeug zu ersetzen, und so bei Gastspielen einen großen Aufwand an Beförderungslogistik zu ersparen.

Dem Quartett war die zunehmende Freude am gemeinsamen Tun nicht nur anzumerken – sie griff mit fortschreiten des Abends zunehmend auch auf das Publikum über. Und das nicht nur bei Melodien, die schon seit langem Bestandteil der westlichen Unterhaltungsmusik sind, wie etwa die Ohrwürmer "Chan Chan", "Besame mucho" oder "Das Mädchen aus Cartagena".

Mario Casartelli brachte sie authentisch zu Gehör, nutzte aber die Gelegenheit, mit weniger bekannten Weisen aus dem reichen Liedgut seiner Heimat bekannt zu machen, die sich mit Liebe und Trauer, Freude und Tod beschäftigen, also mit der ganzen Bandbreite, die das Leben zu bieten hat. Und wieder einmal kam zur Geltung, wie stark miteinander verwoben und verwandt die Länder Lateinamerikas sind, zumindest in der Musik, denn der vielseitige Interpret bediente sich aus dem Repertoire nicht nur seines Heimatlandes Paraguay, sondern auch Argentiniens, Kubas, Kolumbiens und anderer. Und auch die unsterblichen Evergreens aus dem europäischen Kulturkreis hatte er im Programm, etwa Jacques Préverts "Feuilles mortes".

Spenden: Der Erlös der Veranstaltungen der Gesellschaft Staufen-Paraguay kommt der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Land zugute, vorwiegend direkt in Schulen und dörflichen Gemeinschaften. Das Spendenkonto ist bei der Sparkasse Staufen-Breisach Nummer DE 2368 0523 2810 0025 2575