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09. August 2009 17:49 Uhr

Landesvater besucht Risse

Oettinger stellt Staufen Millionenhilfe in Aussicht

Ministerpräsident Günther Oettinger hat bei einem Besuch in der durch Erdbewegungen beschädigten Stadt Staufen Landeshilfe in zweistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt.

  1. Staunen in Staufen: Oettinger betrachtet die Risse. Foto: ddp

Das Land werde dabei helfen, dass die volle Funktionsfähigkeit der Stadt aufrechterhalten werde, sagte Oettinger am Sonntag. "Natürlich werden wir Staufen nicht alleine lassen. Das Land wird als Partner zur Seite stehen."

Staufen hebt sich seit Ende 2007 im Schnitt um einen Zentimeter pro Monat. Rund 210 Häuser in der unter Denkmalschutz stehenden historischen Altstadt wurden bereits beschädigt, mehrere Gebäude mussten abgestützt werden. Zudem drohen Schäden am Gasnetz sowie in der Wasserversorgung.

STAUFEN ÜBERFORDERT

"Unsere Stadt kann dieses Problem aus eigener Kraft nicht lösen", sagte Bürgermeister Michael Benitz (parteilos). "Wir dürfen mit dieser Katastrophe nicht alleine gelassen werden." Schon jetzt betrage der Schaden mehr als 41 Millionen Euro. "Und wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Schadenshöhe noch deutlich steigen wird", sagte Benitz. Der städtische Haushalt habe hingegen ein Jahresvolumen von gerade mal 19 Millionen Euro.

Ausgelöst wurden die Erdbewegungen nach Angaben des Bürgermeisters von Erdsonden, die im Rahmen von Geothermie-Bohrungen hinter dem Rathaus in die Erde gelegt wurden. Dort trafen sie auf quellfähiges Material.

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"In Verbindung mit Grundwasser verwandelt sich diese Erdschicht in Gips, die Schichten quellen auf, und die Erde hebt sich", erläuterte Benitz. Experten zufolge werde diese Entwicklung weiter anhalten.    "Ein solches Schadensszenario, wie wir es hier in Staufen erleben, ist einmalig", sagte der Bürgermeister. Allein Erkundungsbohrungen für die Ursachenforschung hätten 620 000 Euro gekostet, rund doppelt so viel wie erwartet.

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ANGST UM DIE EXISTENZ
Staufen hofft nun, dass das Land die zusätzlichen Kosten komplett übernimmt. Für die weitere Sicherung der Gebäude und der technischen Einrichtungen würden darüber hinaus 1,9 Millionen Euro benötigt. "Erst danach können wir darüber reden, wie die Schäden beglichen werden", sagte Benitz.

Viele Bewohner und Geschäftsleute in der Altstadt bangen immer stärker um ihre Existenz. Fast täglich entdecken sie neue Risse in den Gebäuden. Häuser haben nach Auskunft von Betroffenen ihren Wert fast komplett verloren. "Unser Ort steht auf dem Spiel", betonte Elmar Bernauer von der Interessengemeinschaft der Riss-Geschädigten.

Dossier: Chronik der Risse in Staufen

Risse in Staufen: 41 Millionen Schaden – Tendenz steigend

Fotos:
Risse in Staufen

Autor: dpa