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17. Juli 2009 14:42 Uhr
Rund 200 Häuser haben Risse
Schäden summieren sich auf 41 Millionen Euro
Die durch Hebungen im Untergrund von Staufen verursachten Gebäudeschäden haben jetzt erstmals eine Ziffer: 41 Millionen Euro sollen sie betragen. Derweil halten die Hebungen unvermindert an. 204 Häuser sind aktuell betroffen.
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Rund 200 Häuser in Staufen haben Risse Foto: Markus Donner
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Die Erkundungsbohrung hat die 100-Meter-Marke noch nicht überschritten. Foto: Markus Donner
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Schäden an der Wendeltreppe im Rathaus Foto: Markus Donner
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Das beschädigte Gebäude des Stadtbauamtes Foto: ukw
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Risse am Rathaus Foto: Markus Donner
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Risse, wohin das Auge auch blickt Foto: Markus Donner
Das Land hatte von der Stadt Staufen gewünscht, dass der Schaden einmal zumindest grob überschlagen wird. "Das Landeskabinett wird sich kommende Woche mit Staufen befassen, das brauchen die als Grundlage", sagte Bürgermeister Michael Benitz gestern in der allmonatlichen Pressekonferenz. Die Summe basiere zwar nur auf Schätzungen, sei aber dennoch "realistisch", so Benitz. Die 41 Millionen Euro sind aber reine Gebäudeschäden.
Die Erkundungsbohrung ist noch immer nicht über die 100 Meter-Marke hinausgelangt, aktuell bewegt sich der Bohrkopf bei 97 Meter. Bis 140 Meter muss die Bohrung noch hinunter. Das Gestein erweist sich als ausgesprochen schwierig. Nach Angaben von Clemens Ruch vom Regierungspräsidium Freiburg kam die Bohrung an manchen Tagen nur um zwei Meter voran. Was auch von der enormen Spannung herrühre, unter der das Gebirge stehe.
"Wir müssen so schnell wie möglich die Sanierung des Erdwärmesondenfelds anpacken", unterstrich Benitz. Aber das ist technisch noch immer eine große Herausforderung. Das ließ sich den Ausführungen von Geotechniker Robert Breder entnehmen. Ihm zufolge scheiden viele Verfahren von vornherein aus oder kämen aufgrund zu hoher Risiken nicht in Betracht. Derzeit tüfteln eine ganze Reihe von Fachleuten an Universitäten, Firmen und Fachbüros in Deutschland und der Schweiz machbare Verfahren aus. Dazu zählt, in die Plastikschläuche, die in den Erdwärmelöchern verlaufen, Öffnungen zu brennen und über diese Zement nach unten zu befördern, um so die undichten Stellen an den Bohrlöchern zu schließen. Laut Breder ist dieses Verfahren auch mit dem derzeitigen Stand der Technik machbar.
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Die Stadt erhofft sich viel von der Erkundungsbohrung, nicht nur mehr Aufschluss über die Geologie unter Staufen, sondern auch, dass man sie zur Lösung des Problems benutzen kann. Ist sie bei 140 Meter angelangt, soll das dort unten liegende Grundwasser abgepumpt werden, so dass es nicht mehr länger aufsteigt und das Anhydrit in Gips verwandelt. Sollte das Erfolg versprechen, wird unter Umständen noch einmal gebohrt – ein Brunnenschacht mit einem im Vergleich zur Erkundungsbohrung größeren Durchmesser.
Als Reaktion auf die Hebungen in Staufen hat sich jetzt eine Initiative namens "Wir halten Staufen zusammen" gebildet. Gründer ist Wolfgang Schuhmann, der frühere Feuerwehrkommandant. Die Gruppe ruft im Internet zur Zeichnung von Spenden auf. Auf der Seite http://www.wir-halten-staufen-zusammen.de können symbolisch Stücke der Fassaden von Risse betroffener Gebäude erworben werden. Der Name des Spenders wird dann online vermerkt. In einem Shop gibt es für 186 Euro historische Dachziegel zu kaufen, auf denen das Staufener Wappen aufgemalt ist und die Aufschrift steht: "Wir halten Staufen zusammen."
- Dossier: Chronik der Risse in Staufen
- Reportage: Touristen besichtigen die Staufener Risse
Autor: hcw


