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22. Januar 2010
Staufen braucht dringend neues Geld
Spenden ab sofort möglich
STAUFEN. Staufen ist nicht Haiti: In der gestrigen monatlichen Pressekonferenz der Stadt zog Bürgermeister Michael Benitz den Vergleich mit der Katastrophe im Karibikstaat.
Der Fall Haiti zeige, zu welcher Solidarität Menschen fähig seien, sagte Benitz. Staufen mit seiner vergleichsweise "kleinen Katastrophe" würde sich wünschen, die Menschen zeigten sich in gleichem Maße solidarisch und spendabel. Staufen hat eine Stiftung auf den Weg gebracht. Sie soll private Spenden zur Regulierung der durch die Hebungen verursachten Bauschäden sammeln. Jetzt sind auch bei den beiden lokalen Banken der Stadt die Stiftungskonten eingerichtet, so dass Bürger ab sofort einzahlen können.Viel zu berichten gab es gestern nicht. Die Zahl der beschädigten Häuser hat sich auf 242 erhöht und die Hebungen dauern unvermindert an. Aber bei der Hebungsgeschwindigkeit gibt es Anzeichen zu einer Verlangsamung. Allerdings übten sich die Verantwortlichen noch in Zurückhaltung. Um die Aussage abzusichern, müsse die nächste große Messrunde am 25. Januar abgewartet werden, sagte Clemens Ruch vom Regierungspräsidium Freiburg. Auch Benitz neigte zu Vorsicht. "Die Verlangsamung der Hebungsgeschwindigkeit kann auch einfach nur mit dem Frost zu tun haben."
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Geotechniker Robert Breder erklärte: "Es hat uns schon überrascht, dass das System so schnell auf unserer Maßnahmen reagiert hat." Mit Maßnahmen sind die nachträgliche Abdichtung der sieben hinter dem Rathaus gebohrten Erdwärmesonden und das Abpumpen des Grundwassers aus 140 Meter Tiefe gemeint. Seit beides läuft, hebt sich der Untergrund in der inneren Hebungszone stellenweise nicht mehr um einen Zentimeter pro Monat, sondern um einen rund 20 Prozent geringeren Wert. Das Abdichten der Sonden konnte bereits vor Weihnachten abgeschlossen werden.
Die Stadt braucht dringend neues Geld zur Bewältigung der Krise. Vier Millionen Euro hat das Land in seinen Doppelhaushalt 2010/11 für Staufen eingestellt. "Es ist ständig etwas zu machen", sagte Benitz im Hinblick auf anstehende Sanierungs- und Stützmaßnahmen betroffener Gebäude. In den Fasnachtsferien ist die Lilienhofschule an der Reihe.
Benitz kündigte für den 22. Februar eine wissenschaftliche Konferenz über das Staufener Hebungsphänomen an. Veranstalter des Kolloquiums ist das Regierungspräsidium. "Bei dieser Zusammenkunft sollen auch die Kritiker unseres Vorhabens zu Wort kommen", betonte Benitz. Auch Professor Kurt Sass, Geologe von der Uni Darmstadt, sei eingeladen, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage. Noch immer nicht fest stehen Namen von Prominenten für das Kuratorium der in Gründung befindlichen Stiftung. Die Stadt sucht nach bekannten Persönlichkeiten aus Kultur, Sport und Unterhaltung, die als Zugpferde für die bundesweite Spendensammlung fungieren.
Info: Stiftungskonten: Sparkasse Staufen-Breisach Kontonummer 1193333, Volksbank Staufen Kontonummer 2208
Autor: Hans Christof Wagner
