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17. Juli 2010

Willkommen Konfuzius

Faust-Gymnasium Staufen bekommt deutschlandweit die erste Kooperationsklasse mit China.

  1. Frau Zhang Zhen, Schulleiterin der No.1 Middle School Wuhan Generalkonsul Wen Zhenshun und Hans-Joachim Kraus, Oberstudiendirektor und Schulleiter des Faust-Gymnasiums Staufen Foto: Rainer Ruther

  2. Frau Zhang Zhen, Schulleiterin der No.1 Middle School Wuhan Generalkonsul Wen Zhenshun und Hans-Joachim Kraus, Oberstudiendirektor und Schulleiter des Faust-Gymnasiums Staufen Foto: Rainer Ruther

STAUFEN. Der Chinesisch-Unterricht, der am Faust-Gymnasium schon eine sechsjährige Tradition hat, wird jetzt auf eine ganz neue Basis gestellt. Schulleiter Hans-Joachim Krauss und Zhang Zhen, Leiterin der No.1 Middle School aus Wuhan, unterzeichneten am Mittwoch in Anwesenheit des chinesischen Generalkonsuls und vieler Jugendlicher aus Staufen und Wuhan ein Abkommen zur Einrichtung einer Konfuzius-Klasse in Staufen.

Das Risse-Schicksal Staufens mag sich noch nicht bis nach China herumgesprochen haben – eine Übersetzung für das Wort "Hebungsrisse" aber gibt es schon. Eine Gruppe deutscher Schülerinnen und Schüler kann das Wort nahezu fehlerfrei aussprechen und den chinesischen Jugendlichen, die im Moment in Staufen das Faust-Gymnasium besuchen, das dringendste Staufener Problem nahebringen. Sie haben als sogenannte "spät beginnende Fremdsprache ab Klasse 10" Chinesisch gewählt.

Als Namensgeber der neuen Klasse ist der alte chinesische Philosoph Konfuzius nicht ohne Grund gewählt worden. Er verfolgte als Ideal die Achtung vor Anderen und propagierte den moralisch einwandfreien Menschen. Harmonie und Gleichmut galten ihm als erstrebenswert. Den Weg hierzu sah Konfuzius vor allem in der Bildung. Das Wissen über China, die Vermittlung der Sprache und der Kultur des Landes ist Hauptaufgabe der Konfuzius-Klassen und -Institute, die (den deutschen Goethe-Instituten gleich) an elf Orten in Deutschland beheimatet sind, darunter auch in Freiburg.

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Die Klassen sind eine Art Mini-Konfuzius-Institut auf Schulebene. Vorgesehen ist die Bereitstellung von Personal, bezahlt durch Hanban , das Amt für chinesische Sprache International im Bildungsministerium der Volksrepublik China. Das Faust-Gymnasium ist die erste öffentliche Schule Deutschlands, der die Ehre zuteil wird, eine Konfuzius-Klasse anzubieten – deshalb hatte die Feier im Stubenhaus einen sehr offiziellen Charakter. In seinem Grußwort lobte Generalkonsul Wen Zhenshun die Schule für ihre Bemühungen um den Chinesisch-Unterricht – er sei das offene Fenster nach China, die beste Chance, chinesische Kultur zu verstehen und mehr über die Gegenwart und die Entwicklung Chinas zu erfahren.

Generalkonsul Wen und die chinesischen Gäste aus Wuhan wurden in Abwesenheit von Bürgermeister Michael Benitz von seinem Stellvertreter Helmut Zimmermann begrüßt – Benitz weilte in Stuttgart, um den Schwaben der Regierung das Wort "Hebungsrisse" zu übersetzen und auf die Dringlichkeit weiterer Unterstützung hinzuweisen.

Chinesen wollen Lehrbuch aus Staufen für alle Institute übernehmen

Am Faust-Gymnasium soll künftig ein noch größeres und tieferes Wissen um die Volksrepublik China, ihre Sprache, Geschichte und Kultur, vermittelt werden. Dazu wird dank des neuen Abkommens seitens der Chinesen eine Vielzahl von Lehr- und Lernmaterialen bereitgestellt, darunter Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, DVDs und Computerprogramme. Angeboten wird auch, bei der Pflege der Homepage des Chinesisch-Fachbereichs Unterstützung zu leisten.

Wobei man beim Sprachelernen am Faust-Gymnasium auf ein schuleigenes Lehrbuch zurückgreifen kann. Es wurde von der Chinesischlehrerin Wen Mao-Eberbach entwickelt. Die Firma IKA in Staufen hat die Herstellungskosten übernommen. Und die neu entwickelte Methode traf auf so viel Interesse bei den chinesischen Partnern, dass die Zentrale der Konfuzius-Institute in Peking dieses Buch jetzt veröffentlichen will.

Begleitend zum reinen Sprachenlernen soll die gesamte Schule die positiven Seiten Chinas kennenlernen. So ist ein China-Projekttag pro Schuljahr geplant mit Programmpunkten wie Tuschemalerei, Kalligraphie oder chinesisch Kochen, und auch in anderen Fächern wie Geografie, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Wirtschaft, Bildende Kunst oder Musik soll China an der Schule präsenter werden. Ganz wichtig für das Faust-Gymnasium sind die Fortsetzung und der Ausbau des Schüleraustausches. Die Schule unterhält seit fünf Jahren intensive Kontakte mit Partnerschulen in Wuhan und Shanghai und bietet die Möglichkeit eines Berufspraktikums am IKA-Werk Guangzhou.

Autor: Rainer Ruther