"Wir sind eine tolle Truppe hier"

Gabriele Hennicke

Von Gabriele Hennicke

Sa, 09. Juli 2016

Staufen

Die BZ hat das Aufbaukommando des traditionellen Zeltlagers des SV Hertha Buschhoven in Staufen bei seiner Arbeit begleitet.

STAUFEN. Jetzt stehen sie wieder beim Staufener Sportplatz westlich von Grunern: Die großen weißen Zelte des SV Hertha Buschhoven bei Bonn. Als "Zeltlager für die Ewigkeit" beschreiben die Verantwortlichen das Zeltlager mit jahrzehntelanger Tradition. Seit dem vergangenen Wochenende ist das 16-köpfige Aufbaukommando bereits am Werk. Morgen treffen die 85 Kinder und ihre 25 Betreuer ein und werden drei Ferienwochen im Breisgau verbringen. Die BZ hat das Aufbaukommando besucht.

Das 300 Quadratmeter große Aufenthaltszelt am Rande des Hartplatzes hinter dem Sportlerheim des Staufener SC steht bereits. Davor ein großer Toilettenwagen mit Waschmaschine und Trockner. Daneben eine Fußballwand. Ein blauer VW-Bus bringt gerade einen Tischkicker, eine Leihgabe des Sportvereins Staufen, zwei Männer tragen ihn ins Spielzelt, wo bereits zwei Tischtennisplatten aufgebaut sind. Im Durchgang vom Vorplatz zur Zeltplatzwiese mit den 14 Schlafzelten reparieren einige Männer ein Fahrrad. Im Küchenzelt wird noch gearbeitet. Im großen Aufenthaltszelt, in dem auch die Mahlzeiten eingenommen werden, steht ein Feldbett. Hier schläft einer der Aufbauhelfer, andere haben sich eines der Schlafzelte ausgesucht, noch gibt es genug Platz, um ungestört zu sein.

"Das Meiste ist schon erledigt, jetzt laufen noch die Feinarbeiten", erklärt Theo Dahm, Vorstandsmitglied des SV Hertha Buschhoven. Im 14. oder 15. Jahr ist er bereits als Aufbauhelfer dabei, erzählt er. Auch sein 22-jähriger Sohn Thomas ist mit von der Partie. Ehrensache, schließlich war er selbst als Kind Teilnehmer beim Zeltlager. So sieht es auch Friedel Wüst. Seine Frau war schon als Kind im Zeltlager, als Erwachsene neun Jahre lang mit ihm als Betreuerin dabei "Wenn Sie einmal angefixt sind für das Zeltlager, dann hören Sie damit nicht mehr auf", beschreibt er seine Motivation. "Wir sind eine tolle Truppe hier. Wir müssen zwar arbeiten, aber haben auch eine Menge Spaß dabei und wir genießen die wunderschöne Gegend hier."

Über die Jahre

sind Freundschaften

entstanden

Außerdem haben sich über die Jahre viele Freundschaften gebildet, nicht nur unter den Helfern aus Nordrhein-Westfalen, sondern auch zur Bevölkerung in Grunern, so die beiden Helfer. An dieser Stelle kommt Sigi ins Spiel, Siegfried Ortlieb, Vorstand des Staufener SC. Er ist einer von denen, die zu Freunden wurden und auch zur großen Zeltlagerfamilie dazugehören. "Ich wohne seit 47 Jahren in Grunern und war immer beeindruckt, wenn die Zeltlager-Kinder durchs Dorf liefen", sagt er.

Das Zeltlager stand jedes Jahr beim Gasthaus Rebstock, jetzt Gasthaus Zollstock, am Ortsausgang von Grunern Richtung Münstertal. Als ein neuer Platz notwendig wurde, bot Ortlieb ein Gelände beim Sportplatz an. "Da muss man doch mithelfen, dass sowas erhalten bleibt", meint er. Auf dem neuen Sportgelände des Staufener SC wurde gleich ein richtiger Zeltplatz angelegt. Mit Versorgungsleitungen für Strom und Wasser und Anschluss an die Kanalisation. "Wir haben hier einen richtigen Festplatz geschaffen, auf dem Platz für ein Fest mit 2000 Leuten wäre", sagt Ortlieb nicht ohne Stolz.

Als Erstes bauen die Helfer jedes Jahr das 30 Meter lange und zehn Meter breite Aufenthaltszelt mit Essraum, Küche, Getränkeausgabe, Spiel- und Betreuerzimmer auf. "Zunächst das Gerippe und die Planen, damit wir erst mal drin schlafen können – dann die Küche", erklärt Friedel Wüst das eingespielte Vorgehen. Am nächsten Tag wird der Holzboden gelegt, parallel dazu werden die Schlafzelte aufgebaut. Holzböden und Schlafzelte lagern außerhalb der Zeltlagersaison in der großen Scheune der Familie Fischer in Grunern, die gesamte Elektrik bei Sigi Ortlieb. Nur das große Zelt bringen die Männer in zwei großen Anhängern von Buschhoven mit.

Die gute Seele des Zeltlagers, die 75-jährige Rosi Scheben, deren Söhne Gerd und Manfred seit Jahren das Zeltlager leiten, wohnt in einem Zimmer im Clubheim. Von hier aus verwaltet sie das Geld der Teilnehmer in der Lagerbank.

Zum Bergfest

reisen Eltern und

Freunde an

Wie jedes Jahr gibt es ein buntes Programm: Neben der Fahrt zum Europa-Park und zum Badeparadies Laguna in Weil am Rhein werden die Kinder und Jugendlichen einen Tag in Bad Krozingen verbringen. Morgens geht es ins Joki-Kino, zum Mittagessen zu Roland Teufel vom Café Mohrenköpfle und Rainer Sparenberg vom Gästehaus Sparenberg, die das Zeltlager während der drei Wochen bekochen. Nachmittags trifft man die Bande im Aquarado Freizeitbad.

Auch ein Tag in Staufen mit einer Stadtrallye und einem Aufenthalt im Alemannenbad sowie ein Besuch im Klettergarten sind geplant. Alle zwei Tage gibt es die beliebte Disco, zu der auch gerne Jugendliche aus Grunern stoßen. Natürlich dürfen die Kinder den Fußballplatz nutzen, auch ein Freundschaftsspiel gegen die Jugend aus Grunern gehört traditionell zum Programm. Zum Bergfest am Samstag, 23. Juli, reisen dann schließlich viele Eltern und Freunde des Zeltlagers aus Buschhoven an.