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30. Mai 2017

Dorfplatz als Genussmeile

"S’Eige zeige – s’Eige schnaige": Gelungener Aktionstag der Landfrauen in Stegen.

  1. Die Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac, die Präsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden Rosa Karcher und die Bezirksvorsitzende Luise Blattmann (von links), beim Rundgang über die Genussmeile . Foto: Riess

STEGEN. In eine regelrechte Genussmeile verwandelte sich der Dorfplatz von Stegen beim Aktionstag der Landfrauen am Sonntag. Bei perfektem Sommerwetter herrschte rund um die Kageneckhalle ein buntes Markttreiben. Die Landfrauen boten eine beeindruckende Vielfalt selbstgemachter Delikatessen und allerlei Nützliches aus eigener Produktion an. "S’Eige zeige – s’Eige schnaige" lautete das Motto des Tages, der zum vierten Mal im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald stattfand.

Die zahlreichen Besucher zeigten sich ebenso wie Bürgermeisterin Fränzi Kleeb begeistert vom reichhaltigen Angebot. "Ich freue mich, dass auch so viele Betriebe aus dem Dreisamtal mit von der Partie sind", so die Bürgermeisterin.

Der Erfolg des Aktionstages hatte gleich mehrere Mütter: Veranstalterinnen waren die Landfrauen der Bezirke Freiburg und Müllheim, Gastgeberinnen die Landfrauen des Ortsvereins Kirchzarten-Stegen. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, mit den Verbrauchern in Dialog zu kommen, die Arbeit der Landwirte transparent zu machen und die Wertschätzung für regionale Produkte zu fördern.

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Der Aktionstag in Stegen demonstrierte aber auch, dass die Landfrauen nicht nur für einen reich gedeckten Tisch sorgen können, sondern auch über ein schlagkräftiges Netzwerk und nicht zuletzt über gute Kontakte verfügen. Entsprechend lang war die Liste der Vertreter von Politik, Verwaltung und Verbänden, die Luise Blattmann, die Bezirksvorsitzende der Landfrauen, begrüßen konnte. Darunter Kordula Kovac (CDU), Mitglied des Bundestages, Reinhold Pix (Grüne), Mitglied des Landtages, Werner Räpple, Präsident des Badischen Landwirtschaftliche Hauptverbandes (BLHV) und August Daiber vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald. Zugleich lenkte Luise Blattmann den Blick auf die Hintergründe der regionalen Produktion. "Die heftige Frostperiode im April machte deutlich, dass Landwirtschaft und der Obst- und Weinbau nicht nur von Angebot und Nachfrage abhängig sind, sondern auch vom Wetter." Für nicht wenige Betriebe bedeute das Jahr 2017 einen existenzgefährdenden Totalausfall der Ernte.

Rosa Karcher, die Präsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden, sah hier auch die Politik in der Pflicht und plädierte für die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage, um gute und schlechte Erntejahre miteinander verrechnen zu können. In ihrem Grußwort verwies sie auf die Bedeutung nachhaltiger Produktion. Dies betreffe nicht nur Nahrungsmittel, sondern alle Lebensbereiche. So gehe es beim Thema Nachhaltigkeit auch darum, den ländlichen Raum am Fortschritt teilhaben zu lassen und ihn lebenswert zu gestalten. Als Beispiel, dass hier noch Handlungsbedarf besteht, nannte sie den Ausbau des Breitbandkabels. 75 Prozent der Haushalte auf dem Land haben kein schnelles Internet, so Karcher. Die Menschen sind aber hier ebenso darauf angewiesen wie in der Stadt. Und auch der Dialog zwischen Verbrauchern und Erzeugern findet mittlerweile oft via Internet und Facebook statt und nicht immer auf so idyllischen Dorfplätzen wie in Stegen.

Den Auftakt des Aktionstages bildete ein Ökumenischer Gottesdienst. Für das musikalische Programm sorgten der Landfrauen Singkreis Kirchzarten-Stegen und das Landfrauenchörle St. Peter. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 a der Realschule Kirchzarten präsentierten ein Projekt aus dem Fachbereich Mensch und Umwelt. Und für die jüngsten Besucher war Unterhaltung im Spielekreisel geboten.

Autor: Barbara Riess