Eine Anlaufstelle für Sorgenkinder

Hans-Jürgen Hege und Robert Bergmann

Von Hans-Jürgen Hege & Robert Bergmann

Di, 28. November 2017

Steinen

Schulsozialarbeiter stellen im Jugend- und Sozialausschuss die eindrucksvolle Bilanz der Aktivitäten im Schuljahr 2016/2017 vor.

STEINEN. Wertvolle Präventions-, Beratungs- und Beziehungsarbeit leisten die Schulsozialarbeiter Jan Funke und Lisa Häffner alljährlich in ihrem Büro am Meret-Oppenheim-Schulzentrum in Steinen. Davon überzeugten die beiden Sozialpädagogen die Mitglieder des Jugend- und Sozialausschusses bei ihrer Schuljahresbilanz am vergangenen Donnerstag.

Arbeitsteilung: Jan Funke und Lisa Häffner, die sich die 100-Prozent-Stelle teilen, sahen im vergangenen Jahr keinen Grund, ihr seit Jahren erfolgreiches Konzept in der Schulsozialarbeit zu ändern. Im Mittelpunkt stehe weiter die "vertrauensvolle Beziehungsarbeit" mit den Kindern und Jugendlichen am Meret-Oppenheim-Schulzentrum, dabei sollen die Schüler auf dem Schulhof, in der Mensa oder sonst wo auf dem Areal unkompliziert den Kontakt zu den beiden Pädagogen aufnehmen können. Jan Funke ist – zu ganz unterschiedlichen Zeiten – vor allem im Sekundarbereich des Schulzentrums unterwegs, während Lisa Häffner sich vorzugsweise um das jüngere Klientel in der Grundschule kümmert.



Etwas weniger Präsenz: Personell ging es im Schuljahr 2016/2017 zum Teil enger zu als in den Jahren zuvor. Während der dreimonatigen Elternzeit von Jan Funke konnte die Kollegin nur 25 Prozent seiner Stelle zusätzlich übernehmen, das fehlende Viertel ersetzte die Kaltenbach-Stiftung finanziell.

Beratung an vielen Fronten: Nach wie vor nehme die "individuelle Einzelhilfe" den größten Teil ihrer Arbeitszeit in Anspruch, erläuterte das Schulsozialarbeits-Tandem. Dabei hätten die Beratungsgespräche erfreulicherweise zugenommen, es suchten immer mehr Schüler frühzeitig das Gespräch. Vor allem Konflikte mit Lehrern und Mitschülern, aber auch Mobbing, Ängste und Trauer sowie der eigene Umgang mit Suchtmitteln und Medien – die ganze Palette vorstellbarer Probleme junger Menschen also – würden thematisiert. Auch bei ihren Gesprächen mit Lehrern und Eltern registrieren die Schulsozialarbeiter eine Zunahme. Vor allem Mütter und Väter aus dem Grundschulbereich suchten verstärkt das Gespräch. Gute Ergebnisse erbrächten auch die Gespräche in Kleingruppen, wo es vor allem darum gehe, in Streitsituationen zu schlichten und die Probleme gemeinsam zu klären.

Die Einführung von sogenannten Klassenräten in der Grundschule habe sich als ein wertvolles Instrument erwiesen, um Konfliktsituationen von vorneherein zu entschärfen.

Hemmschwelle gesunken: Offenbar sei es im Laufe der Jahre gelungen, "Ängste und Hemmschwellen abzubauen", freuten sich Jan Funke und Lisa Häffner. Die Schulsozialarbeit werde mehr und mehr als "wertvolle Ergänzung zum Schulalltag" wahrgenommen.

Soziales Netzwerk wird mitgenutzt: Bei der Beratung – vor allem in den schwierigeren Fällen – stütze man sich immer stärker auf das vorhandene soziale Netzwerk im Landkreis. Schüler aus Steinen würden, wenn es notwendig erscheint, in die psychologischen Beratungsstellen sowie sozialpädagogische Dienste vermittelt.

Neue Aktivitäten: Neu im Programm seien, so Jan Funke und Lisa Häffner, das "Coaching im Rahmen der Lernzeit", das Projekt "DUNIA – unser Zusammenleben" als interkultureller Workshop für Schüler ab Klasse 7, sowie der SMV-Tag mit Schülervertretern bei der Kaltenbach-Stiftung. Doch auch einen vernünftigen Umgang mit neuen Medien versuchen die Schulsozialarbeiter ihrer jungen Klientel beizubringen. Nicht alle Schülerinnen und Schüler seien sich bewusst, dass die eigenen Daten geschützt werden sollten und dass das Nutzen von bequemen Messengerdiensten wie WhatsApp auch durchaus Probleme mit sich bringen kann.

Thema Rechtsextremismus: Last but not least haben Funke und Häffner versucht, die Schülerinnen und Schülern in Sachen Rechtsextremismus zu sensibilisieren und dabei in Vorträgen auch auf das Problem von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aufmerksam gemacht. In zwei zehnten Klassen wurden mit Hilfe eines eigens entwickelten Fragebogens die Standpunkte der Jugendlichen zu diversen Themen abgeklopft und danach diskutiert.