Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. Januar 2016 19:42 Uhr

Bernau

Biosphäre soll Entwicklungsmotor für die Region werden

Im Südschwarzwald entsteht ein neues Biosphärengebiet: Eine Entwicklungszone, die Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung, Landwirtschaft und Siedlungsbau, Landschaftspflege und Tourismus verbinden soll.

  1. Was bedeutet das Label für die Vermarktung? Foto: Carlotta Huber

Start ist am 1. Februar, Landwirtschaftsminister Alexander Bonde (Grüne) unterzeichnete am Montag in Bernau die entsprechende Verordnung. "Die Biosphärengebiet ist etwas Besonderes. Es ist ein Naturschutzgebiet und zugleich ein Entwicklungsmotor für den ländlichen Raum", sagte Bonde.

"Wir wollen Naturschutz und regionale Wertschöpfung zusammenbringen." Das Biosphärengebiet umfasst mehr als 63.000 Hektar Fläche, beteiligt sind 29 Gemeinden und drei Landkreise. Das Biosphärengebiet Schwarzwald ist das zweite im Land nach der Schwäbischen Alb, deutschlandweit sind 15 Regionen als Biosphärenreservate von der Unesco anerkannt. Anders als etwa der Nationalpark im Nordschwarzwald, wo 75 Prozent der Nutzung entzogen sind, geht es im Biosphärengebiet nicht allein um den Schutz der Natur, sondern um nachhaltige Entwicklung.

Besonderer Artenreichtum auf den Weiden

Nur drei Prozent der Fläche werden als besondere Schutzzonen ausgewiesen. 20 Prozent sind sogenannte Pflegezonen, in denen ökologisch verträgliche Aktivitäten stattfinden dürfen, etwa nachhaltiger Tourismus oder ökologischer Landbau. Mehr als 50 Prozent sind Entwicklungszonen, die keiner weiteren Einschränkung unterliegen. Als Alleinstellungsmerkmal des Schwarzwaldes gilt die gemeinschaftliche Bewirtschaftung von Flächen (Allmende). Sie ist eine außergewöhnliche Wirtschaftsweise, die zudem zu einem besonderen Artenreichtum auf den Weiden geführt hat.

Werbung




Die Biosphären-Idee wurde im Herbst 2010 in Schönau geboren, als das Ende des Förderprogramms für den Naturschutzraum Belchen-Feldberg-Oberes Wiesental nahte. Seither wurde das Konzept eines Entwicklungsprogramms präzisiert – mit starker Unterstützung des Landes. Das Ministerium für ländlichen Raum wird für die nächsten drei Jahre jeweils 660.000 Euro zur Verfügung stellen, in den folgenden sieben Jahren wird das Land 70 Prozent dieses Betrages weiter überweisen, die regionalen Projektpartner tragen die anderen 30 Prozent.

Zertifizierung durch die Unesco fehlt noch

Für die neu zu schaffende Geschäftsstelle sind fünf Stellen vorgesehen, sie sind bereits ausgeschrieben. Von dieser sollen Ideen ausgehen für die künftige Regionalentwicklung aber auch für eine Vermarktung der Region mit dem Label Biosphärengebiet.

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer wies auf den "sehr partizipativen Prozess" hin, der der Gründung des Gebietes vorangegangen sei. Man habe mit vielen Beteiligten – von den Landwirtschaftsverbänden bis zu den Gemeinderäten – ausführlich besprochen, welche Entwicklung wünschenswert sei. Was nun noch fehle sei die Zertifizierung durch die Unesco. Die drei Naturschutzverbände BUND, Nabu und Naturschutzverband bezeichneten die Gründung des Gebietes als "historischen Schritt".

Mehr zum Thema:

Autor: Franz Schmider