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18. November 2010
Bürger sollen bei Geothermie mitreden
Experten zeigen sich zerknirscht über den Fall Staufen, wollen aber die Technologie vorantreiben.
KARLSRUHE (dpa). Mit mehr Bürgerbeteiligung will der Geothermieverband den Bau neuer Anlagen vorantreiben. Die Erdbeben in Basel und Landau und die Hebungen in Staufen hätten der Branche zugesetzt und den Ausbau der Energieerzeugung aus Erdwärme erschwert, sagte Verbandspräsident Gaßner am Mittwoch bei einem Kongress in Karlsruhe.
"Wir testen an mehreren Standorten umfangreiche Mediatorenprojekte, bei denen die Bürger zu Wort kommen", sagte Gaßner. Kritiker müssten die Möglichkeit erhalten, auf dieselben Informationen zurückzugreifen wie die Planer. Das koste Zeit und Geld, lohne sich jedoch. "Wir wollen nicht eingereiht werden in die Dagegen-Gesellschaft." Geprüft werde auch ein Genossenschaftsmodell, mit dem sich Bürger an Anlagen finanziell beteiligen könnten. Etliche Bohrungen mussten wegen Protesten und verschärfter Genehmigungsverfahren verschoben werden. Der Verband glaubt jedoch, dass der Anlagenbau 2011 vorangetrieben werden kann. So soll auch die Arbeit an der geplanten Bohrung in Neuried im Ortenaukreis fortgesetzt werden.
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Ein Forschungsexperte des Verbandes, verwies darauf, dass es auch beim Bau von Bergwerken, Staudämmen oder Tunneln immer wieder zu kleinen Erdbeben komme. Weder hier noch bei Geothermiebohrungen sei jemals ein Mensch verletzt oder ein Haus zerstört worden.
Bitter sei allerdings der Fall Staufen. Dort war bei einer Bohrung Grundwasser in eine Erdschicht mit Gips gelaufen und hatte sie aufgeschwemmt. Durch die Erdbewegungen waren mehr als 260 Häuser beschädigt worden. Diese Erfahrung habe gezeigt, dass Voruntersuchungen verbessert und Notfallpläne erstellt werden müssten. Die Erdwärme wird in Deutschland vor allem für Heizungen genutzt.
Autor: dpa
