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04. September 2017 12:23 Uhr

Block 2

Dacharbeiten am Akw in Fessenheim: Kommission wusste bis vor kurzem nichts von Schäden

In den kommenden zwei Monaten reparieren Handwerker das Dach von Block 2 des Akw in Fessenheim. Bis vor kurzem wusste nicht einmal die Überwachungskommission von etwaigen Schäden.

  1. Auf dem Dach von Reaktor 2 des Akw in Fessenheim sind in den kommenden Wochen Handwerker bei der Arbeit. Foto: AFP

Ab Montag werden Handwerker auf dem Dach des Reaktors 2 in Fessenheim zu Gange sein. Ebenso würden sich Personen abseilen, kündigt eine Sprecherin des Akw-Betreibers Electricité de France (EdF) auf Nachfrage der Badischen Zeitung an. Dabei handle es sich nicht um eine Notfallübung. Der Grund seien vielmehr Ausbesserungsarbeiten am Dach, heißt es von EdF.

Dass entsprechende Reparaturen vorgenommen werden, hat der Betreiber den Behörden Ende vergangener Woche mitgeteilt. Im Wortlaut heißt es, es handle sich um Renovierungsarbeiten, bei denen es um die Dichtigkeit des Daches gehe. Dass Reaktor 2 über einen mangelhaften Dampferzeuger verfügt, ist seit mehr als einem Jahr bekannt, weshalb er seit Sommer 2016 bis auf weiteres abgeschaltet ist.

Frage nach den Kosten

Schadhafte Stellen am Dach, also der sicherheitsrelevanten äußeren Hülle, waren bislang auch den Mitgliedern der Überwachungskommission unbekannt. Ihnen wurden die Dacharbeiten, die sich laut der Einschätzung von EDF immerhin auf einen Zeitraum von zwei Monaten erstrecken sollen, erst kurz vor dem vergangenen Wochenende mitgeteilt.

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Jean-Paul Lacôte, Mitglied der Überwachungskommission (Clis) im Namen der elsässischen Umweltverbände, fragt sich nicht zuletzt, welche Kosten anfallen. Interessant ist diese Frage besonders, seit der französische Umweltminister Nicolas Hulot vergangene Woche zum wiederholten Mal in einem Radiointerview versichert hat, er wolle das Akw Fessenheim stilllegen.

Kabel blockierte Tür zum Reaktorgebäude

Ob die Abschaltung des elsässischen Akw an die Inbetriebnahme des EPR in Nordfrankreich gekoppelt bleibt, wie Hulots Vorgängerin Ségolène Royal im Februar per Dekret verfügt hatte, dürfte sich in diesem Herbst zeigen. Die französische Atomaufsicht ASN will in den kommenden Wochen zur Zukunft des EPR Stellung beziehen. Wie in Fessenheim 2 weist der EPR an verschiedenen Bauteilen Materialfehler auf, die von dessen Produktion herrühren. Die ASN muss entscheiden, ob sie ihn für sicher hält.

Im August hatte EDF aus Fessenheim einen Störfall der eher seltenen Kategorie 1 an die französischen Behörden gemeldet, der ebenfalls den ausgeschalteten Reaktor 2 betroffen hat. Bei Wartungsarbeiten hatte ein Kabel eine Tür zum Reaktorgebäude blockiert. Im Ernstfall hätte dies eine schnelle Verriegelung des Gebäudes verzögert.

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Autor: Bärbel Nückles