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03. April 2009 08:14 Uhr

Verkehrsbehinderungen und Kontrollen

Der Nato-Gipfel und seine Folgen für die Badener

Der Gipfel zum 60-jährigen Bestehen der Nato in Baden-Baden, Kehl und Straßburg bestimmt am Freitag und Samstag das Geschehen am Oberrhein. Für die Bewohner Süd- und Mittelbadens ist das Ereignis mit großen Behinderungen verbunden.

  1. Die Fußgängerbrücke zwischen Kehl und Straßburg zählt zu den am besten bewachten Orten der Republik. Foto: dpa

  2. Für den Fall der Fälle: Diese Hubschrauber vom Typ „Superpuma“ sind rund um die Uhr einsatzbereit. Foto: dpa

  3. Die französische Polizei hat auch Reiterstaffeln im Einsatz. Foto: dpa

  4. Die deutsche Polizei rechnet mit bis zu 3000 gewaltbereiten Demonstranten – und ist für alle Eventualitäten gerüstet. Foto: dpa

Das Treffen der Staats- und Regierungschefs hat den größten Polizeieinsatz in der Geschichte Baden-Württembergs in Gang gesetzt. Koordiniert wird er von Freiburg aus. Knapp 15.000 Polizisten aus ganz Deutschland sollen den Gipfel schützen. Tausende Demonstranten aus ganz Europa werden erwartet, das Echo auf deutscher Rheinseite ist bislang aber gering geblieben. Rund 3000 Nato-Gegner stuft die Polizei als gewaltbereit ein.

Welche Auswirkungen hat der Gipfel für die Bevölkerung? Vor allem Autofahrer sind betroffen. Es wird erhebliche Verkehrsbehinderungen geben, mehrere Straßen sind gesperrt. "Wir raten, das Gebiet weiträumig zu umfahren", sagt Kriminaloberrat Matthias Zeiser, der in der Einsatzzentrale der Polizei für die Medienarbeit zuständig ist. "Alle, die nichts mit dem Gipfel zu tun haben, sollten die Region meiden." Dieser Rat gilt deutschlandweit. Als Nadelöhr gilt die stark befahrene Autobahn 5 (Karlsruhe-Basel), die wichtigste Trasse in Richtung Süden. Am Gipfel-Wochenende beginnen in neun Bundesländern die Osterferien. Zeitweise wird die Autobahn gesperrt. Werden die beiden deutschen Gipfelstädte Baden-Baden und Kehl lahmgelegt?

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In beiden Städten gibt es bereits Sicherheitszonen. Die wichtigsten Durchgangsstraßen sind blockiert, darunter die Bundesstraße 500 in Baden-Baden, die B 28 in Kehl sowie die Autobahnausfahrt Baden-Baden. Auch Züge und Busse fahren nur noch eingeschränkt. Passanten müssen mit Kontrollen rechnen. "Jeder Bürger sollte einen gültigen Personalausweis bei sich haben", sagt Zeiser.

Wie können sich Bürger informieren? Die Polizei und die Kommunen haben schon vor Wochen Informationsveranstaltungen organisiert. Zusätzlich haben sie in Baden-Baden und Kehl Bürgerbüros eingerichtet. Die Polizei hat auch ein Info-Telefon geschaltet. Mehr als drei Dutzend Beamte beantworten Fragen. Zudem gibt eine von der Polizei zum Nato-Gipfel geschaltete Internetseite Informationen. Die Seite wird ständig aktualisiert.

Ist der Flugverkehr betroffen? Der Flughafen Straßburg stellt an diesem Samstag größtenteils seinen Betrieb ein, die meisten Flüge sind gestrichen. Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden in Rheinmünster läuft zwar regulär. Es muss jedoch mit erheblich längeren Wartezeiten sowie mit Problemen bei der An- und Abfahrt gerechnet werden. Die zentrale Anfahrtsstrecke, die Bundesstraße 36, ist gesperrt. Autofahrer müssen deshalb Umleitungsstrecken nutzen oder auf Busse umsteigen. Es fahren zusätzliche Busse, sagt Flughafensprecher Wolf-Dieter Ebersbach. Sein Tipp: "Mindestens eine Stunde mehr einrechnen als sonst."

Kann die deutsch-französische Grenze passiert werden? An den Grenzübergängen zwischen Deutschland und Frankreich gibt es wegen des Nato-Gipfels zeitweise wieder Kontrollen. Sie dauern bis zum Sonntag. Vor allem in Kehl und bei Baden-Baden ist zudem möglich, dass einzelne Grenzübergänge zeitweise geschlossen werden, sagt der Leiter der regionalen Polizeidirektion in Straßburg, Ivan Karan. Gewalttäter sollen so an der Einreise gehindert werden

Wo wohnen die wichtigsten Politiker? Die US-Regierung hat das Hotel Hilton in Straßburg gebucht. Dort wird auch der Präsident übernachten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wohnt in einem Fünf-Sterne-Hotel in Baden-Baden.

Autor: dpa