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16. Juli 2017 16:37 Uhr

Lärmproblem

Warndisplays sollen zu laute Motorradfahrer ermahnen

Sie funktionieren wie Warndisplays in Tempo-30-Zonen – doch sie ermahnen Motorradfahrer, nicht zu laut und zu schnell zu fahren. Die Landesregierung bewertet einen Testlauf der Lärmwarndisplays positiv, jetzt könnten sie in Serie gehen.

  1. Danke: Dieser Motorradfahrer ist leise unterwegs. Foto: Nicolai Kapitz

  2. Die Anzeigen zeigen laut Thomas Marwein Wirkung. Foto: Nicolai Kapitz

Schilder sollen lärmgeplagten Anwohnern Hoffnung machen: Bei einem Vor-Ort-Termin im Oberen Wiesental hat Thomas Marwein (Grüne), Lärmbeauftragter der Landesregierung, das Ergebnis eines Testlaufs vorgestellt, mit dem das Motorradlärmproblem entschärft werden soll.

Die Lärm-Warn-Displays könnten in Serie gehen

Seit 2012 waren an sechs Stellen im Land Anlagen im Testbetrieb, die Lärm messen und dem Fahrer ein Signal geben. Das Fazit fällt positiv aus – der Versuch könne in Serie gehen.



Auto- und Motorradfahrer kennen die großen Displays, die oft an Ortseingängen hängen und auf denen die aktuelle Geschwindigkeit angezeigt wird. Wer sich ans Limit hält, wird mit einem grünen Lächeln belohnt; wer zu schnell fährt, mit einer roten Grimasse bestraft. Nach diesem Muster funktioniert auch der nun getestete Lärm-Eindämmer: Zusätzlich zum Geschwindigkeitsmesser eingebaute Mikrofone messen den Lärm und belohnen leise und langsame Fahrer mit einem grünen "Danke". Wer zu laut ist, bekommt ein "Leiser!" zu sehen, wer zu schnell ist ein "Langsamer!"

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"Im Test hat sich gezeigt, dass die Anlage wirkt", sagt Thomas Marwein beim Vor-Ort-Termin. An der Landstraße von Todtnau nach Todtmoos wurde das System in der Ortsdurchfahrt von Präg einige Wochen ausprobiert, nun ist es am Ortsausgang von Todtmoos installiert. Der Lärmschutzbeauftragte erklärte, die Messwerte wären an den Teststellen im Schnitt um etwa zwei Dezibel zurückgegangen. Vor allem Fahrer "aus den oberen zehn Prozent" der Lautstärkeskala seien nun deutlich leiser unterwegs. Die Fahrer lassen sich – abgesehen von einigen schwarzen Schafen – von der Anlage beeinflussen." Nun sollen die Displays im ganzen Land eingesetzt werden. Die Anschaffung ist Sache der Kommunen – eine Anlage kostet rund 13 000 Euro.



Der Ärger über Motorradlärm ist im gesamten Schwarzwald ein Thema und hat vor allem in den Tälern des Südschwarzwalds in den vergangenen Jahren zugenommen. Beim Termin im Oberen Wiesental kamen Marwein und seine Landtagskollegen Josha Frey und Reinhold Pix (beide Grüne) auch mit Betroffenen ins Gespräch. Diese zeigten sich zwar offen für die Lärm-Displays, grundsätzlich aber skeptisch gegenüber Politikerbesuchen: "Es waren schon Landtagsabgeordnete, Bundestagsabgeordnete und Europaabgeordnete hier", sagt etwa Hanspeter Steinebrunner, der Ortsvorsteher von Präg. "Passiert ist bislang gar nichts. Wir sind frustriert."

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Autor: Nicolai Kapitz