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06. Dezember 2016

Freiburger Polizeichef: Mehr DNA-Befugnisse

"Das hätte uns im Fall Maria L. massiv geholfen".

FREIBURG. Der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger hat an die Politik appelliert, eine umfassendere Auswertung von DNA-Spuren bei Fahndungen zuzulassen. Bei der Tätersuche im Fall Maria L. "hätte uns das massiv geholfen", sagte Rotzinger der Badischen Zeitung. "Wir hätten wesentlich konzentrierter die Ermittlungen vorantreiben können."

Am Samstag hatten Polizei und Staatsanwaltschaft die Festnahme eines dringend Tatverdächtigen bekanntgegeben, eines 17-Jährigen, der 2015 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan gekommen war und zuletzt bei einer Pflegefamilie in Freiburg gelebt hatte. Seine DNA ist identisch mit Spuren, die an der am 16. Oktober getöteten 19-jährigen Studentin gefunden wurden.

Wenn Fahndern gesetzlich erlaubt wäre, auch Augen- und Haarfarbe sowie grobe regionale Herkunft zu analysieren, "hätten wir sehr viel zielgerichteter vorgehen können", so Rotzinger. Mit einem solchen "Phantombild aus dem Labor" hätte man "viele Verdachtsfälle von vorn herein zur Seite legen können". Man erwarte von der Bundesregierung, dass sie tätig werde. Der Emmendinger SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner äußerte sich in die gleiche Richtung: "Wenn mit hoher Sicherheit ein persönliches Merkmal des Täters festgestellt werden kann, sollte die Polizei diesen Hinweis erhalten und nutzen dürfen." Auch Landesjustizminister Guido Wolf (CDU) hatte jüngst diese Forderung erhoben.

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Autor: Stefan Hupka