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19. Juli 2017

Freiburger Weinzüchtungen weltweit gefragt

Erfolg bei Wettbewerb.

FREIBURG. Ob es am Klimawandel liegt? Beim Weinwettbewerb des Freiburger Staatlichen Weinbauinstituts 2017 haben niederländische Weinproduzenten sehr erfolgreich abgeschnitten. Beim Piwi-Wettbewerb, zu dem nur in Freiburg gezüchtete pilzwiderstandsfähige Rebsorten zugelassen sind, gingen 12 Preise in die Niederlande, in vier der 18 Kategorien gewannen die Holländer sogar. Prämiert wurden die jeweils drei Punktbesten der Kategorien. Erwähnenswert ist auch das Abschneiden des Merzhauser Weinguts Dilger, das siebenmal zu den Preisträgern zählte. Dilger war damit der erfolgreichste der etwa 40 Betriebe, die 145 Weine angestellt hatten.

Jürgen Sigler, stellvertretender Leiter des Instituts, sagte bei der Preisverleihung, dass die Freiburger Piwi-Züchtungen in Europa immer gefragter seien. Erst vor kurzem habe Frankreich sieben neue Freiburger Rebsorten für den Anbau zugelassen. Die Teilnehmer am Wettbewerb kamen, außer aus Deutschland und den Niederlanden, aus Italien, Österreich, Polen, Tschechien und Dänemark.

Nach Angaben des Weinbauinstituts haben sich die neu gezüchteten Rebsorten als weitgehend widerstandsfähig gegen die am meisten gefürchteten Pilzkrankheiten, den Echten (Oidium) und den Falschen (Peronostpora) Mehltau, erwiesen. Bei der Züchtung kamen ausschließlich traditionelle Kreuzungsmethoden zum Einsatz. Auf gentechnische Verfahren wurde verzichtet. Die Widerstandsfähigkeit der Reben habe außer ökologischen auch ökonomische Vorteile, da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark reduziert werden könne, sagte Ernst Weinmann, der im Institut für Neuzüchtungen zuständig ist. In Jahren mit hohem Infektionsdruck wie zuletzt 2016 können Piwis wesentlich zur Sicherung der Erträge beitragen, nicht nur bei Ökowinzern.

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Das Freiburger Institut züchtet seit rund 80 Jahren pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Es gehört nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Instituten auf diesem Gebiet.

Autor: Klaus Rütschlin