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27. September 2011

Immer noch 4,3 Millimeter

Staufen hebt sich weiter.

4,3 Millimeter hat sich im August das Gebiet um das Staufener Rathaus nach den jüngsten Messungen gehoben: Gegenüber mehr als einem Zentimeter zu Beginn ist das zu wenig, um die große Medienbeachtung zu finden. Aber immer noch zu viel für die betroffenen Hausbesitzer: Die Katastrophe ist für sie nicht vorbei. Doch die Zahlen, die das Geologische Landesamt liefert, haben auch Tröstendes: Verlängert man die Entwicklung geradlinig in die Zukunft, dann könnten die Hebungen, die 2007 begonnen hatten, Ende 2012 auch im Zentrum zum Stillstand kommen. Garantieren kann das freilich niemand. Aber das Absenken des Grundwassers zeigt offenkundig Wirkung. In das Anhydridgestein dringt offenbar kaum noch oder gar kein Wasser mehr ein, so dass die chemischen Prozesse auslaufen, die Anhydrid in Gips verwandeln – der deutlich mehr Volumen braucht als das Ausgangsgestein.

Die genaue Ursache, wie das Wasser das Anhydrid erreichen konnte, steht bis heute nicht fest – das müssen wohl die Gerichte besorgen. Gewiss ist aber, dass die Bohrungen für oberflächennahe Geothermie unter dem Stadtkern im Gestein den Vorgang ausgelöst haben. Um in Zukunft zu verhindern, dass erneut Wasser das Anhydrid erreicht, werden täglich 500 Liter Wasser aus dem Untergrund gepumpt. Der Pegel des Grundwassers liegt damit auf 102 und 132 Metern, unterhalb der fraglichen Anhydridschicht. Obwohl die Bohrlöcher abgedichtet sind, werden die Pumpen weiter laufen müssen: Denn nach dem Quellvorgang ist unbekannt, wie sich der Untergrund verändert hat.

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Wer mit Spenden helfen will: http://www.staufenstiftung.de

Autor: amp