Land will Vögel besser schützen

Andreas Böhme

Von Andreas Böhme

Fr, 03. Juli 2015

Südwest

Hinweise für Planung und Bau von Windrädern veröffentlicht.

STUTTGART. Viele Vögel mögen keine Windräder. Sie sterben, wenn sie gegen die Rotoren und Masten fliegen, fühlen sich beim Brüten gestört oder halten die Propeller für Feinde, die sie vertreiben. Deshalb stehen Artenschutz und Windenergie nicht nur in Baden-Württemberg in einem Spannungsverhältnis. Die Landes-Umweltbehörde (LUBW) hat dazu jetzt ein neues Grundsatzpapier vorgelegt. Mit ihm versuchen gleich drei Ministerien (Landwirtschaft, Verkehr und Umwelt) sowie die Naturschutzverbände BUND und Nabu, aber auch der Bundesverband Windenergie dieses Spannungsverhältnis zu lockern. "Damit wird der Windkraftausbau erleichtert und zugleich der Artenschutz gefestigt", heißt es in der Pressemitteilung der drei Ministerien.

Das Papier dient als Handreichung für Planer, Verbände, Investoren, Kommunen und Behörden; es gilt der Politik als Spagat zwischen den unterschiedlichen Anforderungen. Im Zentrum steht einmal mehr der Rotmilan. Das sei auch gerechtfertigt, sagen die Autoren, weil bis zu einem Fünftel aller weltweiten Brutgebiete dieser Vogelart im Südwesten liegt: Da sei besonderer Schutz vonnöten. Windkraftbefürworter sehen dagegen nur neue Erschwernisse: Da der Milan weiträumig verbreitet ist, fürchten sie, dass viele windstarke Standorte für Rotoren deshalb entfallen könnten.

Neben dem Milan werden in dem Papier Dutzende weitere Vogelarten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber Windrädern betrachtet – vom Alpensegler bis zur Zwergdommel. Dazu gibt es Handlungsempfehlungen, die auch die zeitweilige Abschaltung der Rotoren in der Brutzeit vorsehen.