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29. Dezember 2015 00:00 Uhr

Baden-Württemberg

Reh ist die Leibspeise von Luchs Friedl

Friedl steht auf Reh. Das mag nicht sonderlich überraschen, denn Friedl ist ein Luchs. Seit knapp neun Monaten streift er durch Baden-Württemberg – im Dienste der Wissenschaft.

  1. Der Luchs ist mehr als 1600 Kilometer durchs Land gezogen. Foto: dpa

Denn die zugewanderte Wildkatze ist seit dieser Zeit mit einem Peilsender ausgerüstet, der regelmäßig Daten über den Aufenthalt des Tieres liefert. Daher ist bekannt, dass das aus dem Schweizer Jura zugewanderte Luchsmännchen mehr als 1600 Kilometer zurücklegte, nachdem es im Elztal von Mitarbeitern der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg (FVA) ausgerüstet worden war. Friedl zog es Richtung Osten bis vor die Tore Ulms, er kehrte um in Richtung Stuttgart, bog dann aber nach Süden ab in Richtung Oberes Donautal. Unter anderem hat sich dabei gezeigt, dass Autobahnen nach wie vor ein großes Hindernis darstellen.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart ergab die Auswertung der Daten, dass acht von zehn Beutetieren Friedl Rehe waren, einmal griff er sich eine Gämse. Unmittelbar vor der Besenderung riss der Luchs ein Schaf. "Rinder und Pferde werden vom Luchs lediglich beäugt, aber nie angegriffen", sagt Micha Herdtfelder von der FVA laut einer Mitteilung des Ministeriums. Dank der Aufenthaltshinweise können die Wissenschaftler die örtlichen Jäger, Förster und Landwirte informieren. "Unser Anliegen ist es, wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse über den Luchs zu gewinnen und diese unmittelbar an unsere Partner aus Jagd und Nutztierhaltung weiterzugeben", sagte Naturschutzminister Alexander Bonde am Montag in Stuttgart.

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Autor: bz