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18. August 2009 19:23 Uhr

Zusage aus Stuttgart

Staufener Risse: Land zahlt Bohrung und hilft Geschädigten

Staufen bekommt Geld von der Landesregierung. Der Ministerrat beschloss, die Gesamtkosten der Bohrungen zu übernehmen, die klären soll, warum sich die Erde hebt. Auch den Besitzern beschädigter Häuser soll geholfen werden.

  1. Alltag in Staufen: Simone Wiesner steht in einer Scheune, deren Boden sieben Zentimeter breit gerissen ist und durch ein Holzgerüst gesichert ist. Foto: ddp

"Eine Situation, in der mehr als 200 Häuser zum Teil massiv von den Bodenhebungen betroffen sind und in der die Gefahr einer starken Beschädigung der ganzen Altstadt droht, überfordert eine Stadt in der Größe von Staufen in erheblichem Maße", versicherte Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) Staufens Bürgermeister Michael Benitz in einem Schreiben. Daher könne Staufen auf die Solidarität des ganzen Landes bauen.

Außerdem sollen die Ministerien nun prüfen, inwieweit Anträge von Geschädigten bei den in Frage kommenden Förderprogrammen des Landes bevorzugt behandelt werden können. Dabei soll auch geprüft werden, ob entsprechende Programme derart geändert werden können, dass Geschädigte danach Fördermittel erhalten können. Eventuell können die Geschädigten auch mit steuerlichen Begünstigungen etwa mit speziellen Abschreibungsregelungen rechnen.

ERDSONDEN HABEN DIE HEBUNGEN AUSGELÖST

Das Zentrum der Kleinstadt hebt sich seit Ende 2007 im Schnitt um einen Zentimeter pro Monat. Rund 210 Häuser in der historischen Altstadt wurden beschädigt, mehrere Gebäude müssen abgestützt werden. Zudem drohen Schäden am Gasnetz sowie in der Wasserversorgung. Der Schaden an Gebäuden beträgt derzeit mehr als 41 Millionen Euro. Die Arbeiten, die Gewissheit über die Ursache der Erdbewegungen geben sollen, kosten nach Angaben der Stadt 620 000 Euro. Der städtische Haushalt hat ein Jahresvolumen von gerade mal 19 Millionen Euro.

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Ausgelöst wurden die Erdbewegungen nach früheren Angaben des Bürgermeisters von Erdsonden, die im Rahmen von Geothermie-Bohrungen hinter dem Rathaus in die Erde gelegt wurden. Dort trafen sie auf quellfähiges Material. In Verbindung mit Grundwasser verwandelt sich diese Erdschicht in Gips, die Schichten quellen auf, und die Erde hebt sich. Experten zufolge wird diese Entwicklung weiter anhalten.

Autor: dpa