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29. August 2011 20:00 Uhr

Ortsnamen in Südbaden

Warum heißt das Rieselfeld Rieselfeld?

Ob Himmelreich oder Seppenhofen – in der Region gibt es viele kuriose Ortsnamen. Die BZ erklärt in ihrer Serie die Bedeutung der skurrilen Bezeichnungen. Heute:das Rieselfeld.

  1. Das Rieselfeld von oben Foto: Stadtplanungsamt

Leise rieselt der Schnee – hoch droben im Schwarzwald eine im Winter durchaus alltägliche Erfahrung, im klimatisch deutlich milderen Freiburg allerdings eher eine Ausnahmeerscheinung. Von daher ist die Vorstellung, dass sacht fallender Schnee den namengebenden Anstoß für das Freiburger Rieselfeld gegeben haben könnte, zwar hübsch, aber falsch.

Ebenso sicher ist auch, dass das Rieselfeld seinen Namen keiner vornehmen römischen Herkunft verdankt wie beispielsweise das Nördlinger Ries, das nach der Provinz Raetia benannt wurde. Auch andere mögliche Herleitungen sind nicht sofort zielführend. Die Literatur kennt das "Riesl" zwar als "ursprüngliche Bezeichnung für Kühe mit gesprenkeltem Fell (1954 in Bernau verbürgt)", doch das "Riesl" bezieht sich weniger auf die Kuh selbst als auf deren Flecken. Gelegentlich tritt der Begriff auch in der Bedeutung von Sommersprossen oder Schmutzflecken auf.

Von den Schmutzflecken rührt die wahre Herkunft dieses Namens her. Die Erklärung ist so einfach wie profan: Rieselfelder sind nichts anderes als Anlagen zur Reinigung von Abwässern. Die jüngere Freiburger Stadtgeschichte erzählt, dass 1891 die Stadt im Westen ein 500 Hektar großes Gelände erworben hatte, um die Abwässer der damals auf über 50.000 Einwohner angewachsenen Stadt zu klären. Erst 1985 wurde der Betrieb der "Kläranlage Rieselfeld" eingestellt, da sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen konnte. 1992 dann wurde der "Städtebauliche Wettbewerb Rieselfeld" ausgeschrieben. 1996 wurden die ersten Wohnungen bezogen, deren Abwässer nun anderweitig entsorgt und geklärt werden.

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Autor: Hans Jürgen Kugler


6 Kommentare

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Michi Friedrich ♫  

Michi Friedrich ♫

Registriert seit: 16.04.2011

Kommentare: 961

29. August 2011 - 22:53 Uhr

War mir schon vorher bekannt. In diesem modernen Wohnghetto würde ich abgesehen von den höheren gesundheitlichen "Belastungen" eh nicht ziehen wollen.

Freiburg ist ja so ein ökologisches Vorbild .. erst 1985 wurde der Zweck des Geländes aufgegeben ...

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Michael Schneider

Registriert seit: 15.04.2011

Kommentare: 47

30. August 2011 - 09:17 Uhr

D.h. das ganze Viertel ist auf einem Berg Sch...e gebaut. Ob das wohl allen Anwohnern bewusst ist? Zumal bei den Mietpreisen im Rieselfeld. Weiss jemand von der Redaktion oder Leserschaft wie tief man bohren müsste um die ursprüngliche Verwendung des Gebiets nachzuweisen?

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Oliver Sänger

Registriert seit: 27.01.2011

Kommentare: 148

30. August 2011 - 12:45 Uhr

Ich hab mich immer schon königlich darüber amüsiert, dass diese ach so schicken, trendigen, ökologischen Neubaugebiets-Bewohner in ihren postmodern-verhübschten Wohnsilos oder hasenstall-artigen Einfamilien-Reihenhäuschen auf einem Berg Sch... hocken. Bin mal gespannt, wie viele jetzt fluchtartig ihr Wir-sind-was-besseres-Ghetto verlassen.

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Gelöschter Nutzer #779290

Registriert seit: 12.07.2009

Kommentare: 213

30. August 2011 - 13:30 Uhr

Andere bauen auf Sand...

Ich kenne keinen Nachbarn, der das nicht weiß, so what???

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Michi Friedrich ♫  

Michi Friedrich ♫

Registriert seit: 16.04.2011

Kommentare: 961

30. August 2011 - 18:01 Uhr

Zitat: "hasenstall-artigen Einfamilien-Reihenhäuschen"
Die finden sich nicht nur in Rieselfeld. Ich habe mir in diesem und letzten Jahr schon so einige total überteuerten Schuhkartons angeschaut.

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Thomas Mertens

Registriert seit: 31.08.2011

Kommentare: 3

31. August 2011 - 13:37 Uhr

Ich finde es schon amüsant, dass die Kommentatoren hier denken (hoffen?) wir Rieselfelder würden auf einen Haufen Sch... wohnen ;) .
Zur Klärung: Das gesamte Baugebiet, bis auf die Fahrbahntrassen der heutigen Straßen, wurde zwischen 2 und rund 4 Meter tief abgegraben, so dass die Baustellen keinen Aushub mehr lieferten, sondern fremden von ausserhalb (in unserem Fall Emmendingen) benötigten, um die Baugruben wieder zu verfüllen. Der Aushub wurde zum Teil auf die Wiesen im Naturschutzgebiet verbracht, zum größeren Teil bildet er die Hügel am ZMF-Gelände. Das Wohngebiet Rieselfeld ist also sauber.

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