Wasser ist erneut sauberer geworden

Bettina Wieselmann und dpa

Von Bettina Wieselmann & dpa

Do, 13. August 2015

Südwest

Untersteller: Bei Kläranlagen nachbessern / Land gibt sechs Millionen Euro für Wasserforschung.

STUTTGART. Die Kläranlagen im Land müssen nach Ansicht von Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) noch wirkungsvoller Schmutz aus dem Abwasser filtern. Zwar sei durch die Modernisierung von Abwasseranlagen die Wasserqualität schon deutlich verbessert worden, sagte er am Mittwoch bei der Vorstellung des Lageberichts "Kommunales Abwasser 2015". Doch noch immer seien nicht alle Gewässer in einem guten Zustand. Daher müsse die Reinigungsleistung einiger Kläranlagen steigen. Nötig seien außerdem weitere Regenwasseranlagen.

Erfreulich sei, dass der Klärschlamm zunehmend zur Gewinnung von Energie genutzt werde, sagte Untersteller. Für das Aufbringen von Klärschlamm auf Äckern zeigte er kein Verständnis. Böden und Grundwasser würden dadurch mit Schwermetallen und Arzneimittelrückständen belastet und am Ende würden die Stoffe nur wieder im Wasserkreislauf landen, warnte der Umweltminister. Besser sei es, den Klärschlamm auch zur Rückgewinnung von Stoffen wie Phosphor zu nutzen. Das Land plane dazu mehrere Pilotprojekte.

Das Wasser und die Versorgung mit dem wichtigsten Lebensmittel steht auch im Mittelpunkt mehrerer Forschungsprojekte, für die das Land am Mittwoch sechs Millionen Euro bereitstellte. Das Forschernetzwerk "Auswirkungen, Prozesse und Widerstandsfähigkeit im Zusammenhang mit Dürreperioden", an dem die Universitäten Tübingen, Freiburg und Heidelberg beteiligt sind, wertet Daten aus und nutzt sie für Simulationen. Ziel des Vorhabens, das das Land mit zwei Millionen Euro fördert, ist es, das Zusammenwirken von Klima, Umwelt, Land- und Wassernutzung sowie Gesellschaft und politische Steuerungsstrukturen in Trockenperioden zu untersuchen. Als Ergebnis erhofft man sich unter anderem neue Vorschläge für ein verbessertes Risikomanagement.

Weitere zwei Millionen Euro gehen an das Netzwerk "Charm". Forscher der Unis Freiburg, Konstanz und Stuttgart kümmern sich um Herausforderungen, die sich aus dem Betrieb von Stauseen ergeben. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Wasserversorgung und Energiegewinnung. Zugleich stellen Sedimentablagerungen in den Seen die Betreiber vor Probleme. Zudem soll untersucht werden, wie die Massenvermehrungen von Blaualgen verhindert werden kann. Auch sollen Strategien entwickelt werden, wie der häufig vorhandene örtliche Widerstand gegen neue Stauseen durch eine frühe Beteiligung der Interessengruppen gemindert werden kann.

Ein drittes Forschungsvorhaben zum Thema Wasser beschäftigt sich mit dem wieder wachsenden Eintrag bestimmter Schadstoffe, zum Beispiel von Wirkstoffen aus Medikamenten. An diesem "Eff-Net" (Effect Network in Water Research) sind die Unis Tübingen und Heidelberg sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt. Die Bündelung der Expertise beim Thema Wasser sei für das "zukunftsweisende Forschungsgebiet entscheidend", erklärte Forschungsministerin Theresia Bauer (Grüne).