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10. Juni 2017

Neues Haus für Flüchtlinge

Sulzburger Rat macht den Weg frei für dreistöckiges Gebäude im Baugebiet Brühlmatten.

  1. Auf dieser Wiese im Baugebiet Brühlmatten plant die Stadt Sulzburg ein Mehrfamilienhaus mit drei Vollgeschossen für die langfristige Unterbringung von Flüchtlingen. Foto: Ingeborg Grziwa

SULZBURG. Die Stadt Sulzburg baut im Baugebiet Brühlmatten ein Mehrfamilienhaus in Holzbauweise mit drei Vollgeschossen für die langfristige Unterbringung von Flüchtlingen. Einstimmig erteilte der Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung das bauplanungsrechtliche Einvernehmen zum eingereichten Bauantrag.

Gleichzeitig wurde einer Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes wegen einer Überschreitung der Baugrenze in Richtung Straße um 1,34 Meter sowie der Ausbildung des dritten Geschosses als Vollgeschoss zugestimmt. Der Beschluss zum Bau dieses Mehrfamilienhauses sei in nichtöffentlicher Sitzung getroffen worden, teilte Bürgermeister Dirk Blens mit. Der Beschluss sei deshalb nichtöffentlich gefasst worden, weil in diesem Zusammenhang ebenfalls beschlossen wurde das Grundstück zu kaufen, so Blens auf Nachfrage durch die BZ.

Notwendig sei die Baumaßnahme, weil die Stadt Sulzburg zusätzlich zu den bereits in Sulzburg und Laufen untergebrachten Flüchtlingen weiterere 35 Flüchtlinge aufnehmen müsse, sagte Blens. Derzeit sind in Sulzburg 18 Flüchtlinge und in der alten Schule in Laufen 16 Flüchtlinge und ein Neugeborenes untergebracht. Bürgermeister Blens hofft, mit dem Bau des Mehrfamilienhauses bis Ende nächsten Jahres fertig zu sein. Dann würden die Flüchtlinge aus der alten Schule in Laufen in den Neubau umziehen. Neue Flüchtlinge würden in der alten Schule in Laufen, die erst vor kurzem für 65 000 Euro zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut wurde, nicht mehr untergebracht, so Blens. Damit sind die Tage der Turnhalle und der alten Schule gezählt. Er hoffe, dass unmittelbar nach dem Umzug der Flüchtlinge in den Neubau die alten Gebäude abgerissen und mit der Vermarktung der freiwerdenden Flächen in exponierter Lage begonnen werden könne, erklärte der Bürgermeister.

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Die Einzelheiten der Planung erläuterte in der Sitzung der beauftragte Architekt Guido Epp. Geplant sei ein Gebäude mit Untergeschoss, drei Vollgeschossen und einem Flachdach. Die Baugrenze werde hier um 1,34 Meter in Richtung Radweg überschritten. Das Erdgeschoss soll massiv gebaut werden, die zwei weiteren Geschosse werden in Holzbauweise errichtet. In jedem Vollgeschoss sind zwei Wohnungen mit jeweils vier Zimmern, einer Küche und sanitären Anlagen geplant. Die Küche diene dabei mehr als Gemeinschaftsküche, so Epp. Die Zimmer seien rund 14,5 Quadratmeter groß und sollen mit je zwei Personen belegt werden, sagte Epp. Jedes Zimmer soll zudem mit einem eigenen Kühlschrank ausgestattet. Vier KfZ-Stellplätze konnte Epp ebenfalls nachweisen. Im Übrigen sei die Baumaßnahme mit dem Landratsamt Müllheim abgestimmt, sagte Epp.

Die Gestaltung der Baumaßnahme sei sehr massiv in diesem Bereich, meinte Gemeinderat Harald Stoll (CDU), aber die Landesbauordnung gebe es her. Bei der Diskussion um das Baugebiet Käpellematten sei viel über Innenverdichtung die Rede gewesen, deshalb habe er seine Ansicht geändert und stimme dem Bau zu. Wenn dann irgendwann weniger Flüchtlinge unterzubringen wären, dann könnte das Gebäude als sozialer Wohnbau genutzt werden, so Stoll.

Die Antwort auf die Frage nach den Kosten für den Bau des Flüchtlingsheims und deren Finanzierung ließ Bürgermeister Blens offen. "Da gibt es verschiedene Ansätze, die noch vom Gemeinderat beraten und beschlossen werden müssen", erklärte Blens.

Autor: Ingeborg Grziwa