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12. Februar 2011

Viel Raum für Begegnungen

Die Stadt Sulzburg hat erneut ehemalige jüdische Mitbürger eingeladen / Treffen im Oktober / Kein starres Programm.

  1. Farbiges Lichtspiel in Ehemaligen Synagoge in Sulzburg. Sie ist seit ihrer Sanierung ein Ort der Erinnerung und der Begegnung. Foto: Volker Münch

SULZBURG. Die Sulzburger erinnern sich gerne an die Begegnung mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern vor 23 Jahren. Auf Wunsch einiger Bürger und Stadträte wurden jetzt noch lebende ehemalige jüdische Sulzburger zu einem erneuten Aufenthalt im Oktober nach Sulzburg eingeladen.

Die erste Begegnung war im Jahr 1988. Damals jährte sich die Reichspogromnacht zum 50. Mal. "Einige der ehemaligen jüdischen Mitbürger kamen seither fast jedes Jahr ins Sulzbachtal, waren offen für Gespräche und Begegnungen besonders mit der jüngeren Generation", sagt Stadtarchivar Jost Großpietsch. Ihre Schicksale prägten auch die Recherchen zur Sulzburger Geschichte. Auch die Synagoge und der jüdische Friedhof machten deutlich, dass die Sulzburger Historie eng mit dem jüdischen Leben verbunden war, so Großpietsch. Aus diesen Erfahrungen heraus resultierte auch die Gründung des Freundeskreises Ehemalige Synagoge.

Das ehemalige jüdische Gotteshaus wurde mit Unterstützung des Freundeskreises mit Landsmitteln aufwendig saniert und ist seither mit Leben erfüllt. Heute sei die Ehemalige Synagoge über regionale Grenzen hinaus ein bedeutender Ort der Begegnung und der Erinnerung, so Großpietsch. Einige Sulzburger schlugen vor geraumer Zeit vor, die noch

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lebenden Juden ein weiteres Mal einzuladen. Diesem Vorschlag folgte der Gemeinderat im Herbst 2010 mit einstimmigem Beschluss. Die Verwaltung mit Bürgermeister Peter Wehrle an der Spitze, Stadträtin Hildegunde Hakenjos und Kulturamtsleiter Jost Großpietsch bereiteten die Einladung vor. Geplant ist das Treffen vom 2. bis 6. Oktober.

"Wir wollen kein starres, überfrachtetes Programm aufstellen", betont Jost Großpietsch. Vielmehr sei daran gedacht, den Gästen viel Raum für Begegnungen, für Gespräche und spontane Wünsche zu bieten. Dabei sollen auch viele Bürger und die Vereine eingebunden werden, sagt Hauptamtsleiter Herbert Maier. Ziel sei es, die Begegnung auf eine breite Basis zu stellen. Damit wolle man den ehemaligen Mitbürgern zeigen, dass sich seit ihrem Weggang Einiges getan hat. Großpietsch ergänzt: "Die Stadt kann leider die erfahrenen Ungerechtigkeiten nicht mehr gut machen." Viele der früheren jüdischen Mitbürger sind hoch betagt oder bereits verstorben. Die Stadt rechne mit rund 20 Personen, sagt Großpietsch. Etwa die Hälfte davon seien Angehörige oder Begleitpersonen.

Autor: Volker Münch