Mit Arbeitsschein-Fertigungslohn-Karten fing es an

kl

Von kl

Mo, 11. Oktober 2010

Teningen

Vor 50 Jahren gründete Heinrich Blum seine Firma Blum Offset Druck im "Adler" / Spende für hörgeschädigte Kinder.

TENINGEN (kl). Den "Adler" an der Breisacher Straße 27 (heute Bahlinger Straße) gibt es nicht mehr. Die Firma, für die Heinrich Blum seine ersten "Arbeitsschein-Fertigungslohn-Karten" gedruckt hat, die Frako, existiert nicht mehr. Doch der Betrieb von Heinrich Blum, der am 1. Oktober 1960 gegründet wurde, feierte an der Carl-Zeiss-Straße 14 im Industriegebiet "Rohrlache" sein 50-jähriges Bestehen feiern – voll wirtschaftlicher Kraft.

Es war eine Zusammenkunft von fast 150 Gästen aus nah und fern, die sich der musikalischen Unterhaltung einer professionellen Gitarrensängerin erfreuten. Die Besucher gratulierten dem Firmengründer und seiner Mitgeschäftsführerin Magdalena König zu dem Erreichten. Da war oft von begründetem Stolz die Rede und von der Qualität der Produkte.

Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker sprach von einer herausragenden Unternehmerpersönlichkeit und Landrat Hanno Hurth, später auch sein Vorgänger Volker Watzka, lobte den "Qualitätsanspruch und den damit verbundenen Erfolg" des Firmengründers, der 1934 in Freiburg geboren wurde und in Teningen aufwuchs.

IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Kempff betonte den unternehmerischen Weitblick, den die Firma bewiesen habe und erinnerte daran, dass es eigentlich sehr selten einem Unternehmer gelinge, so lange am Markt zu bestehen, ja jeder zweite überstehe nicht einmal die ersten fünf Jahre.

Diese Lobeshymnen fanden aber alle fast nebenbei statt, verteilt über die ganze Anlage, in der Betrieb und Wohnung zu einer Einheit verschweißt sind und wo Heinrich Blum und seine Mitarbeiter beschäftigt waren, die Gäste zu bewirten und ihnen die auf dem modernsten Stand befindlichen Maschinen zu erläutern, in dem der alte Prägestempel genau noch so enthalten ist wie die letzten leistungsstarken Digitaldruckmaschinen.

Das Unternehmen deckt heute den klassischen Offsetbereich genauso ab wie den Digitaldruck, auch in den obersten Anforderungsstufen. Selbst drucktechnische Zusatzprodukte für die Medizin werden in der "Rohrlache" gedruckt, was ein entsprechendes Qualitätsmanagement voraussetzt mit Normerfüllung auf nationaler und europäischer Ebene.

Um diese moderne Form habe sich Magdalene König besonders verdient gemacht, die 1995 schon feststellte: "Mit Satz, mit einem Film, Papierblättli und Druck können wir nicht überleben. Wir brauchen modernen Schnell- beziehungsweise Digitaldruck." Da hatte die Firma schon einen weiten Weg zurückgelegt und war vom "Adler" an die Wilhelmstraße gezogen und dann in die Rohrlache, wo häufig erweitert wurde. Die Firma hat derzeit zehn Beschäftigte.

Das Jubiläumsbuch spiegelt auch die menschliche Seite des Firmengründers wider, der seine zwei Kinder und seine drei Enkel stets in sein Denken einschließt und auch immer "das Team" – seine Mitarbeiter – im Bewusstsein hat. Zum Jubiläum unterstützt er die Freiburger Stiftung "Taube Kinder lernen hören" mit einer Spende von 5000 Euro.