Ein geheimnisvoller Neubeginn

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Do, 07. Dezember 2017

Theater

Die PH Playmates spielen in der Aula der Pädagogischen Hochschule in Freiburg "Skellig" von David Almond – auf Englisch.

Wofür sind die Schulterblätter da, diese komischen Erhebungen an beiden Seiten des Rückens? Die Frage geht dem zwölfjährigen Michael nicht aus dem Kopf. Waren da wirklich einmal Flügel dran, wie seine Mutter behauptet? Ein bisschen fantastisch klingt diese Antwort und Fantastik und Phantasie ziehen sich durch das gesamte Stück der Freiburger PH Playmates, das am Dienstag Premiere hatte.

"Skellig", ursprünglich ein Jugendroman von David Almond, erzählt die Geschichte von Michael, der mit seinen Eltern in ein neues Haus zieht. Das Haus ist ihm fremd, die Umgebung neu, Michael muss sich darin erst einmal zurechtfinden. Gleichzeitig schwebt seine kleine Schwester permanent in Lebensgefahr – das Herz des Frühchens will einfach nicht verlässlich schlagen – und beansprucht seine Aufmerksamkeit. Als er dann in der baufälligen Garage auch noch einen seltsamen Mann findet, der dort festzusitzen scheint, wird Michael endgültig aus der Bahn geworfen.

Glücklicherweise schließt er Freundschaft mit seiner neuen Nachbarin Mina, die den ganzen Tag Geheimnissen auf den Grund zu gehen scheint. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wer der Garagenbewohner wirklich ist, beobachten Eulen und philosophieren über die Wichtigkeit der Schule.

Seit 2004 führen die PH Playmates jedes Jahr ein englisches Theaterstück auf. Unter der Leitung von Regisseurin Susanne Franz und Professorin Mechthild Hesse haben die Studierenden der Playmates ihr inzwischen 14. Stück erarbeitet. Dabei zeigt sich die Bühne in der Aula der Pädagogischen Hochschule durchaus wandelbar. Je nach Bedarf ist sie Küche, Garten, Schule oder Speicher. Gerade die Garage, in der Michael auf Skellig trifft, ist abenteuerlich. Dass Michael fürchtet, sie könne jeden Augenblick zusammenbrechen: Das kann der Zuschauer bestens nachempfinden. Die Wechsel zwischen der eher drögen Schule und Küche und dem geheimnisvollen Garten und Dachboden ist einfach bewerkstelligt, aber gelungen, der Erzähler durchaus witzig, aber auch stimmig in das Stück eingebunden.

Vor allem die Playmates selbst zeigen eine beachtliche Leistung. Allen voran Barbara Crespo, die als Michael fast ununterbrochen auf der Bühne steht und den verunsicherten zwölfjährigen Entdecker glaubhaft verkörpert. Aber auch Alexandra Rotzinger und Tabea Schweiker als Eltern und Johanna Siebert als etwas verspulte Freundin Mina überzeugen, Malte Schleth zeigt als Skellig eine eindrucksvolle Stimme – und das alles auf Englisch.

Noch bis Mitte Dezember kann man mit Michael das Geheimnis um Skellig ergründen. Und was es mit 27+53 auf sich hat, wird auch verraten.

Weitere Aufführungen: 7. und 15. Dez. um 20 Uhr, 8., 12. und 14. Dez. und 11 Uhr.

Tickets unter: ph-playmates@web.de