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24. August 2009

Ein Theater der Provokation

Joshua Sobol wird heute 70

  1. Joshua Sobol Foto: dpa

"Es ist nicht schwierig, sich in Israel Feinde zu machen", sagt der israelische Dramatiker und Regisseur Joshua Sobol. Vor 20 Jahren hatte ihm eine Abgeordnete nach der Aufführung des Theaterstücks "Das Jerusalem Syndrom" nahe gelegt, "zum Nutzen aller Selbstmord zu begehen". Angesichts der Anfeindungen siedelte Sobol damals zwar für vier Jahre nach London über, aber den Mund ließ er sich nicht verbieten. Der bekennende "atheistische Jude" und "Linke mit eigener Meinung" eckt mit seinem "Theater der Provokation" immer wieder an. Und genau so will Sobol, der heute 70 Jahre alt wird, auch weitermachen.    

Für das Publikum in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Sobol der wohl bedeutendste israelische Bühnenautor. Bekanntgeworden ist er nicht nur mit dem Film "Ghetto" (2006), sondern vor allem durch Peter Zadeks gleichnamige Inszenierung auf der Freien Volksbühne in Berlin (1984). Das Stück über die schmerzhafte Kooperation der jüdischen Polizei mit Nazioffizieren im ehemaligen Ghetto von Vilnius ist weltweit in mehr als 100 Inszenierungen auf die Bühne gekommen. Sobol, Sohn zionistischer Einwanderer aus Osteuropa, hat Literatur und Geschichte in Tel Aviv studiert und später Philosophie an der Pariser Sorbonne. In Deutschland will er 2011 in Worms Premiere feiern. Regisseur Dieter Wedel will den "Jud Süß"-Stoff nach dem Roman von Lion Feuchtwanger gemeinsam mit ihm inszenieren.

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Autor: dpa