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11. Juli 2015

Eine äußerst vergnügliche Schatzsuche

Die neue Freilicht-Sommerproduktion "Schatzinsle" des Basler Theaters Arlecchino überzeugt durch die schauspielerische Leistung.

  1. Szene aus „Schatzinsle“ Foto: Roswitha Frey

Ein veritables Schiff liegt mitten im Park vor Anker. Aus Holz gezimmert, mit Mast, Segeln und Flagge, riesigem Anker, Tauen, Fischernetzen, Fässern, Körben und Kisten bildet das Schiff den spektakulären Schauplatz für die neue Freilicht-Sommerproduktion "Schatzinsle" des Basler Theaters Arlecchino.

Das familiengerecht inszenierte Stück von Theaterleiter Peter Keller frei nach dem Roman "Die Schatzinsel" bietet Spannung und Humor inmitten der Arena im Park im Grünen in Münchenstein. Am glutheißen Premieren-Wochenende waren die Schauspieler nicht zu beneiden, die in historischer Kostümmontur schweißtreibende Action auf und vor dem Schiff vollführten und dabei mit prächtigster Spiellaune amüsierten.

Aus dem figurenreichen Bestseller , der Ende des 19. Jahrhunderts erschienen ist, hat Keller einige wesentliche Figuren, Szenen und Handlungsfäden herausgefiltert und ein einstündiges Open-Air-Abenteuer daraus gestrickt, das Kinder ebenso bei Laune hält wie Erwachsene. Pfiffige musikalische Arrangements und ein schwungvoller Titelsong von Balz Aliesch begleiten die vergnügliche Schatzsuche. Als Spiel im Spiel beginnt die Inszenierung von Maya Zimmermann damit, dass sich die Darsteller in ihre Figuren verwandeln.

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Aus dem Jungen Jim Hawkins, der im Original der Erzähler der Geschichte ist, wird in dieser Fassung die Gastwirtstochter Jacky Hawkins. Frech spielt Jenny Bühler dieses abenteuerlustige Mädchen. Jacky hat eine geheimnisvolle Kiste bekommen, in der eine Schatzkarte verwahrt ist. Nun tritt Kapitän Smollett auf den Plan, der auf seinem Schiff "Hispaniola" zur entlegenen Schatzinsel schippern soll und erst mal eine Mannschaft zusammensuchen muss – mit Matrosen aus dem Publikum. Balz Aliesch, der sich die Rolle mit Dieter Probst teilt, gibt den gestenreichen Kapitän. Als Mann am Steuerrad spielt er den Animateur beim Zusammentrommeln seiner Schiffscrew.

So tummelt sich alsbald eine illustre Gesellschaft an Bord, darunter Reinhardt Stehle als skurriler Baron Trelawney, prächtig ausstaffiert mit weißer Allongeperücke und barockem gold-weißem Gewand. Wie aus einem Piratenfilm entstiegen, verkörpert Silvio Fumagalli den Seebären Long John Silver, der als Smutje ebenfalls anheuert. Unter dem Ausruf "Los goht"s!" wird der Anker gelichtet. Jacky schrubbt das Deck, fällt in ein Apfelfass, belauscht den schurkischen John Silver. Auch eine Sturmszene auf hoher See spielen die Akteure – obwohl auf dem Trockenen – sehr überzeugend. Irgendwann ruft der Kapitän "Land in Sicht" und geht, zusammen mit Jacky und dem Baron von Bord, erkundet das Parkareal, um den verborgenen Schatz zu finden. Natürlich wird das Geschehen auf der Pirateninsel in diesem familiengerechten Sommertheaterspaß verknappt dargestellt: Der dubiose John Silver will sich den Goldschatz selbst unter den Nagel reißen, wird dann aber gefangen genommen, und zum Schluss wird – ganz ähnlich wie im Original – der Schatz aufgeteilt.
– Aufführungen bis 16. August, Arena im Park im Grünen Münchenstein, täglich 15 Uhr und 17 Uhr (außer 1. August).

Autor: Roswitha Frey