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11. Mai 2009

"Hat das Leben nur Sinn zu zweit?"

Die Freiburger Mondo-Musical-Group spielt Stephen Sondheims Musical "Company".

Ihre Qualität hat sich längst herumgesprochen, das zeigt nicht nur der Blick auf die Auftrittstermine. Keine Frage, auch die dritte Musicalproduktion der 2007 anlässlich des Uni-Jubiläums gegründeten Mondo-Musical-Group des Studentenwerks Freiburg ist wieder bühnenreif. Dabei stehen hier keine Profis, sondern dreißig Studierende unterschiedlicher Fachbereiche in zwei Besetzungen auf der Bühne. Seit März probten die Auserwählten eines Castings intensiv Schauspiel, Tanz und Gesang. Vor allem letzteres hat es dieses Mal in sich: Nach "The Show" und "Footloose" präsentiert die Gruppe jetzt Stephen Sondheims mehrfach prämierten Broadway- Klassiker "Company" (1970), und der zeichnet sich vor allem durch komplizierte Melodien und komplexe Polyphonien aus. Hilfe kommt da von den Profis: Regie führt wieder Stephanie Heine, musikalischer Leiter ist Dominik Hormuth, für die beeindruckenden Choreographien sind Juliane Hollerbach und Karim Moussaoui zuständig. Bläserstark wird das Spektakel von der exquisiten Mondo Musical Band live begleitet.

Dazu strotzen die jungen Akteure vor Spielfreude, Präsenz und Energie – es stimmt also eigentlich alles. Und trotzdem will der Funke in der Mensabar nicht recht überspringen. Das liegt eindeutig am Stück, das trotz fulminanter Tanzszenen und manch schönem Song über zwei Stunden lang eher spannungsarm dahinplätschert. Denn Sondheims Musical um den ewigen Single Bobby und seine Freundesschar hat statt Handlung und Plot fast nur altertümlich anmutende Klischees per oberflächlicher Schnappschüsse zu bieten. Was hier dramaturgisch wirklich fehlt, ist der Konflikt. Den trägt Freund Bobby lediglich in sich, in dem er quasi beziehungsunfähig zwischen Sehnsucht und Freiheit, Einsamkeit und Bindungsangst durch das New York der 60er Jahre stolpert, dabei die Ehen seiner Freunde studiert und mit seinen drei Flammen herumpoussiert. Die Frage "Hat das Leben nur Sinn zu zweit?" trägt das Stück nicht.

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Geboten wird dazu ein temporeicher Szenenreigen, den die Regie zwischen Herzschmerz, Karikatur und Klamotte anlegt. Manches erinnert an Woody Allens Stadtneurosen, an erste Selbsterfahrung und 50er-Jahre-Mief. Mit nichts als drei Holzbänken in Rot, Schwarz und Weiß als Kulisse ist man so zu Gast bei jungen Familien, frisch verheiratenden Paaren und resignierten Eheleuten, hört männliche und weibliche Statements und mitreißende Songs wie "Auf all die gnädigen Frauen" "Und wieder kommen Hundert" oder "Die Hochzeit fällt heut’ aus". Noch besser wären deren Liedtexte allerdings auf Englisch gewesen. Aber auch darüber lässt sich diskutieren.
– Weitere Vorstellungen: Am 21., 22., 23. Mai, am 18., 19., 20. Juni, jeweils um 20.30 Uhr in der Mensabar, Freiburg. Am 15. Mai im großen Saal der Studentensiedlung, am 1. Juli beim Ebneter Kultursommer und am 14. Juli im Kleinen Haus des Theaters Freiburg.

Autor: Marion Klötzer